Krankheitsbild
Was ist der Graue Star?
Der Graue Star entsteht durch eine Trübung der Linse im Auge. Sobald diese Trübung so weit fortgeschritten ist, dass das Sehvermögen nicht mehr für die täglichen Verrichtungen ausreicht und Lebensqualität verloren geht, ist der Zeitpunkt zur Operation gekommen. Das heißt, dass Sie als Patient den Zeitpunkt der Staroperation wesentlich mitbestimmen!
Das Auge besitzt wie eine Kamera eine Linse, die ein scharfes Bild im Auge erzeugt. Die Trübung dieser Linse ist der Graue Star, die „Katarakt“. Durch die eingetrübte Linse kann kein klares Bild mehr entstehen, so wie durch ein schmutziges Fenster die Außenwelt auch nicht mehr klar zu erkennen ist.
Was sind die Ursachen des Grauen Stars?
Die häufigste Ursache ist ein Alterungsprozess der Linse. Ähnlich wie im Alter die Haare ergrauen oder die Haut Falten bildet, kommt es in höherem Alter oft zur Ausbildung des Grauen Stars. Manche Patienten können bereits im 50sten Lebensjahr oder noch früher einen Grauen Star bekommen, normalerweise entsteht der Altersstar jedoch erst nach dem 60sten Lebensjahr. Ab einem gewissen Alter sind mäßige Linsentrübungen als normal anzusehen, ohne dass es zu wesentlichen Beeinträchtigungen im Alltag kommt.
Auch Verletzungen oder Entzündungen am Auge sowie verschiedene Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes können zum Grauen Star führen. Selten kann der Graue Star auch angeboren sein. Sicher ist jedenfalls, dass der Graue Star nicht ansteckend ist oder durch angestrengten Gebrauch der Augen entsteht!
Vorsorge/Früherkennung
Regelmäßige augenärztliche Kontrollen ab dem 40. Lebensjahr etwa alle 2-3 Jahre, ab dem 50. alle 1-2 Jahre. Früher/umgehend bei Sehverschlechterung, nach stumpfen Augenverletzungen, bei diabetischer Stoffwechsellage.
Untersuchungsmethoden
Augenärztliche Basisuntersuchung mit Bestimmung der Sehschärfe, Untersuchung der vorderen Augenabschnitte am Spaltlampenmikroskop, Inspektion mindestens des zentralen Augenhintergrundes.
Refraktionsbestimmung
Bedeutung der Sehschärfenbestimmung
Die Ermittlung der Korrektionsgläser zum Erzielen der bestmöglichen Sehschärfe ist außerordentlich wichtig nicht nur zur Brillenglasbestimmung sonder auch zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit des Auges und in gutachterlicher Hinsicht. Säuglinge und Kleinkinder können bei einem Brechkraftfehler (Refraktionsanomalie) erst mit einer passenden Brillenkorrektur ihre beste Sehfähigkeit entwickeln. Wird die rechtzeitige Korrektur versäumt, bleibt eine nicht beeinflussbare Sehschwäche lebenslang bestehen. Wird keine optimale Sehschärfe erreicht, muss zur Diagnose einer möglichen Krankheit nach der Ursache geforscht werden.
Bestimmung der erforderlichen Korrektur
Der Patient sitzt in einer vorgeschriebenen Entfernung vor einer Sehprobentafel. Entweder sind die Sehzeichen aufgedruckt oder werden mit einem Projektor auf dieser Tafel dargestellt: Zahlen, Kinderbilder, E-Haken, Landoltringe. Für gutachterliche Untersuchungen ist der Untersuchungsplatz nach DIN-58220 eingerichtet, um unter gleichen Bedingungen Sehschärfenergebnisse miteinander vergleichen zu können.
Zunächst prüft man die Sehschärfe ohne Prüfgläser. Dann schaut der Prüfling durch eine Messbrille oder einen Apparat, der die verschiedenen Gläser vor das zu untersuchende Auge schiebt (Phoropter). Durch Hinzufügen und Wiederentfernen von Messgläsern (Minus- oder Pluslinsen) wird die optimale Sehschärfe ermittelt. Das Abfragen des Seheindruckes während einer Sehschärfenprüfung ist nicht immer einfach und verlangt von beiden – vom „Prüfer“ und „Prüfling“ – eine hohe Konzentration. Schließlich soll an Hand der ermittelten Refraktionswerte eine Brille angefertigt werden, die „passen“ muss.
Bestimmung der Fehlsichtigkeit bei Kindern
Bei Kindern und nicht kommunikationsfähigen Menschen kann eine Sehschärfenbestimmung nicht im Wechselgespräch erfolgen. In diesen Fällen können nur apparativ ermittelte Werte verwendet werden.
Definition der Glasstärke
Die Wirkung eines Glases ist durch seine Brennweite bestimmt. Der Kehrwert der Brennweite – in Meter gemessenen – ist die Dioptrienzahl (= Stärke des Glases), z.B. die Brennweite einer Sammellinse beträgt ¼ m, d.h. der Kehrwert von ¼ ist 4. Die Linse hat also eine Brechkraft von 4 Dioptrien
Brennweite der Linse: 25 cm
Entspricht: ¼ m
Kehrwert: 4
Also Brechkraft: 4 Dioptrien
Spaltlampenuntersuchung


Das Spaltlampenmikroskop ist das wichtigste Untersuchungsgerät des Augenarztes. Mit ihm ist es möglich das Auge in hoher Vergrößerung stereoskopisch zu untersuchen. Der Patient legt dazu seinen Kopf auf die Kopfstütze vor der Spaltlampe, um störende Kopfbewegungen des Patienten zu vermeiden. Der Augenarzt kann über Schiebe- und Drehmechanismen das Spaltlampenmikroskop so vor den Augen seines Patienten positionieren, dass er ein scharfes Bild erhält. Mit niedrigen Vergrößerungsstufen (ca. 6-fach) werden die Lider und äußeren Augenabschnitte beobachtet. Zur Untersuchung der Bindehaut, der Hornhaut, des Tränenfilms, der Augenlinse, der vorderen Augenkammer und des Glaskörpers werden höhere Vergrößerungen benutzt (16 – 40-fach). So variabel die Vergrößerung ist, so variabel ist auch die Beleuchtung. In der Regel wird mit weißem Licht untersucht. Für spezielle Untersuchungen können Filter in den Strahlengang geschwenkt werden, so dass mit grünem und blauem Licht untersucht werden kann.
Die Form und der Durchmesser des beleuchteten Lichtstrahls kann verändert werden. Am häufigsten wird ein spaltförmiger Lichtstrahl verwendet (daher auch der Name Spaltlampe). Die Richtung des Beleuchtungsstrahls kann durch Schwenken der Lampe in allen Richtungen verändert werden. Durch Verwendung dieses spaltförmigen Strahlengangs können die transparenten optischen Medien sehr gut untersucht werden, also z. B. die Augenlinse, die Hornhaut usw..
Unter Zuhilfenahme von speziellen Lupen oder Kontaktgläsern lässt sich mit der Spaltlampe auch der Augenhintergrund stereoskopisch sehr genau untersuchen. Durch Einschwenken eines Augentonometers (Druckmessgerät) wird an der Spaltlampe der Augendruck schmerzfrei gemessen. Der Sitz und die Beweglichkeit von Kontaktlinsen wird ebenfalls an der Spaltlampe überprüft. Die meisten augenärztlichen Laser kommen mit der Spaltlampe zum Einsatz. Durch besondere Laseradapter wird das betreffende Laserlicht in den Lichtstrahlengang des Spaltlampenmikroskops eingeblendet und kann so unter exakter optischer Kontrolle angewandt werden.
Spaltlampenfotografie
Was der untersuchende Augenarzt mit seiner Spaltlampe sieht, kann auch fotografisch dokumentiert werden. Dazu muss über einen Strahlenteiler ein Fotoapparat angekoppelt werden. Heute werden oft Videokameras statt der herkömmlichen Fotoapparate verwendet. Die Spaltlampenfotografie ist eine individuelle Gesundheitsleistung, die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen (Selbstzahlerleistung).
Augenspiegelung (Ophthalmoskopie)


Die wichtigste Untersuchung zum Ausschluss eines Glaukoms ist die Beurteilung des Sehnervs durch eine Spiegelung des Augenhintergrundes. An der Austrittsstelle des Sehnervs zum Gehirn können charakteristische Glaukomveränderungen schon früh festgestellt werden.
Die Spiegelung des Augenhintergrundes wird vom Augenarzt vorgenommen. Sie dient der Erkennung von Veränderungen im Inneren des Auges, insbesondere von Veränderungen an Glaskörper, Sehnerv und Netzhaut. Das Auge wird mit einer hellen Lichtquelle ausgeleuchtet und das Augeninnere über Lupensysteme mit unterschiedlicher Vergrößerung untersucht. Die Untersuchung wird heute meist als indirekte Spiegelung mit einem Binokularophthalmoskop durchgeführt, ist schmerzfrei und dauert wenige Minuten. Je nach Fragestellung kann es erforderlich sein, die Pupillen mit Augentropfen vorübergehend zu erweitern. Sollte eine Kontaktglasuntersuchung erforderlich sein, wird die Augenoberfläche kurzzeitig mit Augentropfen betäubt. Nach einer Pupillenerweiterung ist das Sehvermögen vorübergehend herabgesetzt. In dieser Zeit darf kein Fahrzeug gelenkt werden.
Der Sehnervenbefund sollte heute durch eine Bildgebung dokumentiert werden.
Die Augenspiegelung mit Kamera oder als Video-Ophthalmoskopie ist eine Selbstzahlerleistung.
Augendruckmessung

Applanationstonometrie
Die Bestimmung des Augeninnendruckes gibt häufig erste Hinweise auf einen Grünen Star. Dabei wird die Hornhautoberfläche des Auges durch Tropfen betäubt. Mit einem kleinen Messkörperchen aus Plexiglas wird dann schmerzfrei ein leichter Druck auf die Hornhautmitte des Auges ausgeübt, so dass ein bestimmtes Hornhautareal abgeplattet wird. Der Augenarzt liest auf einer Skala am Messgerät den Wert des Augeninnendruckes direkt ab. Je nach Tageszeit kann der Augeninnendruck stark schwanken. In Einzelfällen ist es daher sinnvoll, den Druck mehrmals am Tag zu kontrollieren. Messwerte bis 21 mmHg gelten als normal. Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei festgestelltem Glaukom Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Dynamische Konturtonometrie (Pascal-Tonometrie)
Dieses Verfahren ermöglicht eine Messung des Augeninnendrucks unabhängig von der Hornhautdicke und liefert zusätzliche Informationen für die Glaukomdiagnostik. Darüber hinaus sind die Messergebnisse deutlich besser reproduzierbar. Die Messung ist weitestgehend unabhängig von der Hornhautdicke. Zusätzlich wird die Schwankungsbreite des Augeninnendruckes während der Blutdruckamplitude gemessen. Neben dem Augeninnendruck liefert auch dieser Wert zusätzliche Hinweise auf das Vorliegen eines Glaukoms oder auf eine verbesserungsbedürftige therapeutische Einstellung. Dieses moderne Verfahren geht über den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus. Eine gesetzliche Krankenkasse darf deshalb die Kosten für diese Untersuchung nicht übernehmen (Selbstzahlerleistung).
Non-Contact-Tonometrie (NCT)
Sie ist eine berührungsfreie Methode der Augeninnendruckmessung (Tonometrie). Bei der Non-Contact-Tonometrie wird die Kornea (Hornhaut) kontaktfrei mit Hilfe eines Luftstoßes, der den Tonometerkopf ersetzt, applaniert. Der 3-ms-Luftstoß führt zu einer kurzzeitigen Hornhautdeformation, aus welcher der Augeninnendruck berechnet werden kann. Diese Methode wird meist für Screeningzwecke benutzt. Vorteile der NCT sind:
- schmerzfrei, keine Lokalanästhesie der Kornea notwendig
- schnelle Durchführbarkeit
- keine Infektionsgefahr, da kein direkter Kontakt zur Kornea
- Nachteil der NCT: geringere Messgenauigkeit im Vergleich zu anderen Tonometrieverfahren
Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei festgestelltem Glaukom Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Impressionstonometrie (nach Schiötz)
Bei der Schiötz-Tonometrie wird am liegenden Patienten ein Gerät mit einem Messstift auf das Auge aufgesetzt. Der Stift drückt die Hornhaut leicht ein, wobei die Tiefe hauptsächlich vom Augeninnendruck abhängt. Der Druckwert wird auf einer Skala abgelesen. Dieses Messverfahren wird heute praktisch kaum noch und nur in Ausnahmefällen angewandt, z.B. wenn am Krankenbett kein sog. Handapplanationstonometer zur Verfügung steht. Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei festgestelltem Glaukom Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Macula-Schichtaufnahme (Optische Kohärenz-Tomographie OCT der Macula), Sehgrube/Stelle des schärfsten Sehens
Bei dieser Untersuchung kann die Stärke des um die Sehgrube (Macula) liegenden Ganglienzellkomplexes bestimmt werden. Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei Verlaufskontrollen unter Therapie bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD), diabetischem Macula-Ödem (DMÖ) oder Gefäßverschluss Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Untersuchungen zur IOL-Kunstlinse
Zur Berechnung der erforderlichen zu implantierenden IOL (Kunstlinse) im Rahmen einer Operation des Grauen Stars werden verschiedene Verfahren herangezogen:
- Von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird standardmäßig die Vermessung mittels Ultraschall-Biometrie übernommen; eine präzisere Berechnung erlauben folgende optische Verfahren, die vom Patienten selbst zu bezahlen sind (Selbstzahlerleistung):
- IOL-Master: Die Untersuchung durch dieses hochpräzise Diagnosegerät wird routinemäßig empfohlen vor der Operation des Grauen Stars und Implantation einer Kunstlinse. (Selbstzahlerleistung) gemessen werden ohne Augenberührung Achslängen, Hornhautradien, Hornhautdurchmesser, Vorderkammertiefe sowie Linsendicke des Auges. Die Messergebnisse fließen in verschiedene Berechnungsformeln ein und sind Voraussetzung für die exakte Berechnung einer künstlichen Linse. Die optische Laserbiometrie mit dem IOL-Master ermöglicht aufgrund der genaueren Messungen eine präzisere Bestimmung der erforderlichen Kunstlinse – die weiterhin zur Verfügung stehende klassische Ultraschallbiometrie findet in wenigen Fällen Anwendung, wenn aufgrund zu dichter optischer Medien die optische Laserbiometrie keine verwertbaren Ergebnisse liefert.
- Hornhaut-Topographie: Die moderne Topographie der Hornhaut neben anderen diagnostischen Fragestellungen vor einer Operation des Grauen Stars mit Implantation einer Kunstlinse angewandt (Selbstzahlerleistung). Es handelt sich um eine computerunterstützte Oberflächenaufnahme der Hornhaut, mit der eine detailgetreue, dreidimensionale Darstellung der Hornhautform und der Hornhautdicke (Pachymetrie) erstellt wird.
- Hornhaut-Endothelzell-Messung: Sie findet u.a. Anwendung vor einer Operation des Grauen Stars mit der heute üblichen Implantation einer Kunstlinse (Selbstzahlerleistung) zum Ausschluss einer (diskreten) Hornhautschädigung, welche Einfluss auf das zu empfehlende/wählende Operationsverfahren und die postoperative Prognose hätte. Die Endothelmikroskopie stellt durch eine Spezialkamera die EndothelzelIen stark vergrößert dar und dokumentiert den aktuellen Zustand und die Endothelzelldichte.
(letzte Aktualisierung 10.05.2026)
Behandlung/Operation
Im frühen Stadium bemerkt man meistens eine Sehverschlechterung, die zunächst noch mit einer neuen Brille zu verbessern ist. Manchmal können die Patienten aber wieder ohne Brille besser sehen und auch besser lesen als mit ihrer alten Brille. Immer vorhanden ist eine erhöhte Blendempfindlichkeit, hier hilft anfangs eine Sonnenbrille.
Individuelle Brillen: Optimales Sehen in jeder Situation – in der Freizeit und im Beruf
Gutes Sehen durch die individuell angepaßte Brille fördert die Konzentration und wirkt der Ermüdung entgegen. Spezialbrillen, individuell auf bestimmte Sehentfernungen angepasst, sind im Berufsleben und in der Freizeit nicht mehr wegzudenken. Sie geben Sicherheit und erlauben ungetrübten Genuss in Freizeit und Hobby.
Schon im Mittelalter wurden Fehlsichtigkeiten mit Brillen behandelt. Auch heute ist die Korrektur mittels einer Brille noch am weitesten verbreitet. Außer der Tatsache, dass man ständig auf seine Brille angewiesen ist, gibt es bei geringeren Fehlsichtigkeiten keine Nachteile.
![]() Quelle: Carl Zeiss | Kurzsichtigkeit Bei Kurzsichtigenwerden Gläser mit zerstreuender Wirkung (Minusgläser) eingesetzt. Diese Gläser sind am Rande dicker als in der Mitte. |
![]() Quelle: Carl Zeiss | Weitsichtigkeit und Stabsichtigkeit Bei Weitsichtigen Sammelgläser (Plusgläser).Diese Gläser sind in der Mitte dick, am Rande dünn (Bild links). Bei Stabsichtigkeit Zylindergläser, die in einer bestimmten Position (Achslage) die Brechkraft beeinflussen. |
![]() Quelle: Carl Zeiss | Alterssichtigkeit Bei Alterssichtigkeit bestimmt man zunächst die Fernsicht und danach erst die Nahsicht. Es wird nur die Brechkraft ergänzt ,die zum bequemen Sehen in der vorgegebenen Nahsehentfernung notwendig ist. Die Stärke der Nahbrille richtet sich nach dem Lebensalter und der gewünschten Lese-(Arbeits)entfernung. |
Brillenglastypen
- Einstärkengläser: Für Fernbereich und verschiedene Nahabstände. Gläser zum Ausgleich von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit und Stabsichtigkeit.
- Mehrstärkengläser: Kombiniert für Fern- und Nahbereich als Zweistärken-, Dreistärken- oder Gleitsichtgläser
![]() Bifokal | ![]() Trifokal |
- Gleitsichtgläser: Mit weichem, stufenlosem Übergang vom Fern- über den Mittel- in den Nahbereich Anwendung im Alltag, am PC, im Büro und spezielle Tätigkeiten. Hier sehen Sie die graphische Darstellung eines Gleitsichtglases: Oberer Bereich dunkelblau für die Ferne Weicher Übergang in hellblau für den Mittelbereich Unterer Bereich grüngelb für den Nahbereich.
![]() Quelle: Carl Zeiss | ![]() Sonnenschutz-Filterglas |
Glasmaterial und Veredelungen
Die verschiedenen Gläser können in Kunststoff (organisch) oder in Glas (mineralisch) hergestellt werden. Entspiegelung (Reflexminderung), Tönung, Sonnenschutzgläser in diversen Ausführungen werden angeboten. Je nach Befund und therapeutischer Notwendigkeit werden Prismengläser eingefügt. Diese Gläser beeinflussen die Blickrichtung.
Katarakt-Operation
Das Prinzip der Operation besteht darin, die trüb gewordene natürliche Linse aus dem Auge zu entfernen und heutzutage eine Kunstlinse einzusetzen.
Standardverfahren
Dies erfolgt heute meistens mit Ultraschall, der Phakoemulsifikation, hierbei wird die Linse im Auge zerkleinert und gleichzeitig abgesaugt, nachdem zuvor instrumentell ein Zugang am Hornhautrand angelegt wurde und anschließend die vordere Linsenkapsel manuell eröffnet wurde. (Kapsulorhexis). Das Standardverfahren wird von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen.
Laserassistierte Verfahren
- Femto-Laser (FLACS = FemtoLaserAssistedCataractSurgery) + Phakoemulsifikation: hierbei wird der Zugang am Hornhautrand die Eröffnung der vorderen Linsenkapsel (Kapsulotomie) und ggf. auch die Präparation von Linsenrinden- und Kern durch den Femtolaser ausgeführt, im Anschluß daran werden die Linsenanteile mittels Phakoemulsifikation abgesaugt. Vorteil: präzise zentrierte und gleichmäßige Kapsulotomie, häufig geringere erforderliche Ultraschallenergie erforderlich. Nachteil: höhere Kosten.
- Femto + Nano-Laser-asisstiert („Laser plus“): Vorteil: wie zuvor, zusätzlich ist u.U. die Anwendung der Phakoemulsifikation nicht notwendig und damit eine noch geringere Belastung durch die Ultraschallenergie. Nachteil: höhere Kosten.
- Bei den laserassistierten Verfahren ist die Differenz zum Standardverfahren eine Selbstzahlerleistung.
Implantation einer Intraokularlinse (IOL)
u.U. wenn erforderlich auch torisch zum Astigmatismusausgleich
- Monofokal (Einstärkenlinse) sphärisch ist die Standard-IOL, die von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet wird: i.d.R. Berechnung auf Normalsichtigkeit für die Ferne. Vorteil: gute Abbildungseigenschaften. Nachteil: eine Nahbrille
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) Monofokal asphärisch: i.d.R. Berechnung auf Normalsichtigkeit für die Ferne. Vorteil: sehr gute Abbildungseigenschaften, bessere Kontrastwahrnehmung im Vergleich zur sphärischen Standard-IOL; die asphärische Monofokal-IOL zählt zu den Premium-IOL, die Differenz zur Standard-IOL ist Selbstzahlerleistung. Nachteil: eine Nahbrille oder auch Mehrstärkenbrille ist postoperativ erforderlich.
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) EDOF (extended dephth of fokus): ermöglicht gute Fernsicht und Intermediär-Abstand (z.B. Autofahren+Armaturenbrett). Eine Nahbrille ist i.d.R. notwendig. Einschränkungen beim Dämmerungssehen/Kontrastsehen/Blendung.
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) Multifokal/Trifokal: Deckt Fern-, Intermediär- und Nahdistanz ab, weitgehende Brillenunabhängigkeit. Zum Erkennen sehr kleiner Objekte im Nahbereich u.U. zusätzlich in bestimmten Situationen schwache Nahbrille. Einschränkungen beim Dämmerungssehen/Kontrastsehen/Blendung.
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) Monofokal+add-on Multifokal-IOL: wie zuvor, aber bei möglicher Unverträglichkeit reversibel durch Entfernung der add-on IOL; dann Monofokal IOL+Brillenkorrektion (z.B. Liberty-System [1stQ®) Ohne Brille wieder richtig gut sehen – Liberty² das Zweilinsensystem (liberty2.de).
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) Monovision: 1. Auge Monofokal Einstellung auf Ferndistanz, 2. Auge Monofokal Einstellung auf Nahdistanz. Weitgehende Brillenunabhängigkeit, für optimales Binokularsehen evtl. Mehrstärkenkorrektion.
- Bei “Premium-Intraokularlinsen” ist die Differenz zur Standardlinse eine Selbstzahlerleistung.
(letzte Aktualisierung: 10.05.2026)








