Individuelle Brillen: Optimales Sehen in jeder Situation – in der Freizeit und im Beruf
Gutes Sehen durch die individuell angepaßte Brille fördert die Konzentration und wirkt der Ermüdung entgegen. Spezialbrillen, individuell auf bestimmte Sehentfernungen angepasst, sind im Berufsleben und in der Freizeit nicht mehr wegzudenken. Sie geben Sicherheit und erlauben ungetrübten Genuss in Freizeit und Hobby.
Schon im Mittelalter wurden Fehlsichtigkeiten mit Brillen behandelt. Auch heute ist die Korrektur mittels einer Brille noch am weitesten verbreitet. Außer der Tatsache, dass man ständig auf seine Brille angewiesen ist, gibt es bei geringeren Fehlsichtigkeiten keine Nachteile.
![]() Quelle: Carl Zeiss | Kurzsichtigkeit Bei Kurzsichtigenwerden Gläser mit zerstreuender Wirkung (Minusgläser) eingesetzt. Diese Gläser sind am Rande dicker als in der Mitte. |
![]() Quelle: Carl Zeiss | Weitsichtigkeit und Stabsichtigkeit Bei Weitsichtigen Sammelgläser (Plusgläser).Diese Gläser sind in der Mitte dick, am Rande dünn (Bild links). Bei Stabsichtigkeit Zylindergläser, die in einer bestimmten Position (Achslage) die Brechkraft beeinflussen. |
![]() Quelle: Carl Zeiss | Alterssichtigkeit Bei Alterssichtigkeit bestimmt man zunächst die Fernsicht und danach erst die Nahsicht. Es wird nur die Brechkraft ergänzt ,die zum bequemen Sehen in der vorgegebenen Nahsehentfernung notwendig ist. Die Stärke der Nahbrille richtet sich nach dem Lebensalter und der gewünschten Lese-(Arbeits)entfernung. |
Brillenglastypen
- Einstärkengläser: Für Fernbereich und verschiedene Nahabstände. Gläser zum Ausgleich von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit und Stabsichtigkeit.
- Mehrstärkengläser: Kombiniert für Fern- und Nahbereich als Zweistärken-, Dreistärken- oder Gleitsichtgläser
![]() Bifokal | ![]() Trifokal |
- Gleitsichtgläser: Mit weichem, stufenlosem Übergang vom Fern- über den Mittel- in den Nahbereich Anwendung im Alltag, am PC, im Büro und spezielle Tätigkeiten. Hier sehen Sie die graphische Darstellung eines Gleitsichtglases: Oberer Bereich dunkelblau für die Ferne Weicher Übergang in hellblau für den Mittelbereich Unterer Bereich grüngelb für den Nahbereich.
![]() Quelle: Carl Zeiss | ![]() Sonnenschutz-Filterglas |
Glasmaterial und Veredelungen
Die verschiedenen Gläser können in Kunststoff (organisch) oder in Glas (mineralisch) hergestellt werden. Entspiegelung (Reflexminderung), Tönung, Sonnenschutzgläser in diversen Ausführungen werden angeboten. Je nach Befund und therapeutischer Notwendigkeit werden Prismengläser eingefügt. Diese Gläser beeinflussen die Blickrichtung.
Spezielle Sehhilfen
Das menschliche Auge hat ein begrenztes Auflösungsvermögen. Reicht dieses nicht mehr aus, benutzen wir Hilfsmittel, für weit entfernte Dinge ein Fernrohr, für sehr kleine Gegenstände eine Lupe oder ein Mikroskop. Sehbehinderte Menschen benutzen diese Hilfsmittel, um ihre Funktionseinschränkung auszugleichen. Auch im Berufsleben oder bei Freizeitbeschäftigungen können vergrößernde Sehhilfen eingesetzt werden. Der Begriff Sehschwäche beschreibt nach DIN 5340-376 allgemein Funktionsminderung im visuellen System.
Klassifizierung der Sehbehinderung nach dem Hilfsmittelverzeichnis Produktgruppe 25 „Sehhilfen“:
- Fernvisus < 0.8 bis > 0,3: Geringradige Sehbehinderung
- Fernvisus <= 0,3 bis > 0,05: Mittelgradige Sehbehinderung
- Fernvisus <= 0,05 bis > 0,02: Hochgradige Sehbehinderung
- Fernvisus <= 0,02: Blindheit
Bei einer Sehschärfe 0,4 und weniger kann Zeitungsdruck ohne zusätzliche Sehhilfe nicht mehr bequem gelesen werden. Die Ursachen der Sehbehinderung beruhen in vielen Fällen auf Veränderungen in der Netzhaut. Dort – speziell im Bereich der Netzhautmitte (Macula, Gelber Fleck) – gehen durch erworbene, altersbedingte oder angeborene Krankheiten Sinneszellen (Zapfen) der Netzhaut verloren. Das notwendige Leseareal der Netzhautmitte ist beschädigt. (Maculadegeneration).
Um Zeitungsdruck lesen zu können, muss eine Vergrößerung hergestellt werden, die einer Sehschärfe von mindestens 0,4 entspricht. Der erforderliche Vergrößerungsbedarf wird mit geeigneten Lesetafeln ermittelt. Zur vergrößerten Darstellung eines Gegenstandes können wir den Leseabstand verkürzen. Wegen eingeschränkter Naheinstellung und begrenztem Auflösungsvermögen benötigen wir geeignete Lupen oder Lupensysteme.
Je höher der Vergrößerungseffekt um so kleiner das Sehfeld. Dies bedeutet weniger Übersicht für längere Wörter. Der Lesefluss leidet oder ist nicht mehr möglich. Die bestmögliche Lupe muss erprobt werden.
Beispiele für verschiedene Hilfsmittel: Nahbrillen mit stärkeren Plusgläsern, Lupenbrillen, Lupen, Fernrohrbrillen:
Nahbrillen mit stärkeren Plusgläsern, Lupenbrillen (z.B. + 5 Dioptrien zum Lesen auf 20 cm Abstand)
![]() Verstärkte Nahbrillen, Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Aufstecksystem auf vorhandene Lesebrille, Quelle: Schweizer-Optik |
Lupen
![]() Einfache Handlupe, Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Standlupe mit guter Abbildungsqualität, Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Lupe mit Beleuchtung und festem Abstand sowie abgeschrägter Auflage für bequemeres Lesen, Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Lupe mit Beleuchtung und festem Abstand, Quelle: Schweizer-Optik |
![]() Leseglas zum direktem Auflegen auf den Lesetext mit „Lichtverstärkereffekt“ sowie abgeschrägter Auflage für bequemeres Lesen, Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Leseglas im praktischem Einsatz, Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Ein Lesepult erleichtert das Lesen mit Lupen. Die Stärke der Lesebrille muss beachtet werden, Quelle: Schweizer-Optik |
Fernrohrsysteme
Weitere Hilfen sind Fernrohrsysteme (Typ Galilei, Kepler) in Verbindung mit Aufstecklupen für den Nahbereich. Beispiele für ein Galilei-System, leicht, kurze Baulänge:
![]() Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Quelle: Schweizer-Optik |
Einsatz von Fernrohrlupensystemen im Nahbereich
![]() Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Quelle: Carl Zeiss | ![]() Quelle: Schweizer-Optik |
Spezielle Sehhilfen für Freizeit und Beruf
Der Anpassung und Erprobung vergrößernder Sehhilfen geht immer eine genaue Untersuchung und Befragung voraus. Die bestmögliche Brille für die Ferne und die Nähe im üblichen Sehabstand wird ermittelt. Das zur Verfügung stehende Gesichtsfeld wird erfasst. Das sehfähige Netzhautareal wird untersucht. Die Krankheitsgeschichte (Anamnese) wird genau erhoben sowie nach den sozialen Lebensgewohnheiten gefragt. Wozu soll die Vergrößernde Sehhilfe eingesetzt werden (Schule, Studium, Ausbildung Berufausübung).Alte Lesegewohnheiten und ehemalige Berufsausübungen sind wichtig.
Der Zeitaufwand ist für alle Beteiligten groß. In einer Sitzung allein ist selten das geeignete Instrument gefunden. Bei allen theoretischen Vorüberlegungen muss mit geeigneten Lesehilfen geübt und getestet werden. Der Anpasser unterstützt und hilft bei der Suche des geeigneten Mittels. Die einfachste Technik mit dem geringsten Aufwand ist die beste. Jüngere Sehbehinderte kommen mit komplizierteren Hilfsmitteln besser zurecht als ältere. Gute geeignete Beleuchtung an einem "Leseplatz", sowie ein Lesepult unterstützen die Lesearbeit.
Einsatz von vergrößernden Sehhilfen im Beruf:
![]() Quelle: Schweizer-Optik | ![]() Quelle: Carl Zeiss |
Die Stärke einer notwendigen Lesebrille muss bei der Anpassung Berücksichtigung finden. Der Abstand zum Beobachten eines Fernsehschirmes mit Hilfe eines Fernrohrsystems muss beachtet werden Die Wahl des geeigneten Gerätes hängt natürlich vom notwendigen Vergrößerungsaufwand ab. Können optisch technische Verfahren keine ausreichende Leseunterstützung bieten, kommen elektronische Hilfsmittel zum Einsatz. Mit dieser Technik können sehr hohe Vergrößerungsfaktoren erzielt werden. Sogenannte Fernsehlesegeräte erschließen den sehbehinderten Menschen neue Lebensperspektiven. Mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung und digitaler Aufnahmetechniken lassen sich komplette Arbeitsplätze für Sehbehinderte einrichten.
Handliche elektronische Lupe im täglichem Einsatz
![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik | ![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik |
Handkamera mit Flachbildschirm, Schreibstativ und möglichem Wechsel zur Tastatur
![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik | ![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik | ![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik |
Modernes Lesegerät mit Flachbildschirm, erweiterbar mit Stativ- und Handkamera
![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik | ![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik | ![]() Wechsel zur EDV-Tastatur, Quelle: Reinecker Reha-Technik | ![]() Ergänzung mit einer „Raumkamera, Quelle: Reinecker Reha-Technik“ |
Herkömmliches Bildschirmlesegerät mit Bildröhre
![]() Quelle: Reinecker Reha-Technik |
Voraussetzung zur Verordnung von Vergrößernden Sehhilfen
Unter bestimmten Bedingungen können diese Hilfsmittel verordnet werden (geregelt im Bundessozialhilfegesetz) als Eingliederungshilfen bei wesentlichen Behinderungen. Nach dem V.-Sozialgesetzbuch muss die Verordnung „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein und darf „das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“. Nur die geeignete Sehhilfe unterstützt den Sehbehinderten. Hinweise auf Handhabungsfehler verbessern die Nutzung der Geräte. Angehörige können Hilfestellungen geben.
Kontaktlinsen – die unsichtbare Brille
Glücklich, wer auch ohne Korrektur ein optimales Sehvermögen besitzt. Fehlsichtigkeit ist aber kein Problem. Dank Brille erleben kurz- oder weitsichtige Menschen Ihre Umwelt klar und deutlich. Manchmal stört sie allerdings. Sie beschlägt, verbiegt sich, wird beschädigt oder geht gar verloren. Die Alternative sind von Ihrem Augenarzt individuell angepasste Kontaktlinsen. Sie erleichtern das Sehen in vielen Situationen und sind leicht zu handhaben.
Wozu Kontaktlinsen?
Sie …
- ermöglichen natürliches Sehen ohne störende Gesichtsfeldeinengung
- ersetzen die manchmal als lästig empfundene Brille.
- geben Ihnen Sicherheit in der Freizeit und beim Sport.
- verhelfen oft zu voller Sehschärfe, wenn bei Sehfehlern die Korrektur mit Hilfe einer Brille nicht möglich ist
- ermöglichen Patienten mit Sehfehlern oft erst eine normale Berufsausübung
- sind in besonderen Fällen medizinisch notwendig und werden dann von der Krankenkasse durch einen Festbetrag unterstützt. Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen beim Antrag auf Kostenübernahme.
Auswahl der Kontaktlinse?
Der Markt bietet heute eine Vielzahl verschiedener Kontaktlinsen. Die wesentlichen Unterschiede bestehen in Material, Größe, Oberflächengestaltung, Anwendungsbereich und Tragemodus.
Weiche flüssigkeitshaltige (hydrophile) Kontaktlinse („Weichlinse“):
- größer als die Hornhaut
- fühlt sich beim Anfassen „weich“ an
- spontaner Tragekomfort
- auch unregelmäßiger Tragerhythmus möglich (Freizeit, Sport)
- auch als so genannte „Tages-“, Wochen- und Monatslinse“ erhältlich (= bestimmte Haltbarkeit/Gebrauchsdauer)
- nicht für alle Fehlsichtigkeiten geeignet
- periodische augenärztliche Kontrollen besonders wichtig, da Komplikationen nicht so „spürbar“ wie bei der formstabilen Kontaktlinse sind.
Formstabile, hochgasdurchlässige Kontaktlinse (früher „Hartlinse“):
- kleiner als die Hornhaut
- fühlt sich beim Anfassen „hart“ an
- korrigieren auch stärkere Hornhautunregelmäßigkeiten (Astigmatismus oder Narben)
- idealer Tragekomfort nach wenigen Tagen der Gewöhnung
- regelmäßiger Tragerhythmus
- periodische augenärztliche Kontrolle
- für sichere, optimale Korrektur der Fehlsichtigkeit
- geringen Einfluss auf den Stoffwechsel (Sauerstoffversorgung) des Auges
- geringe Komplikationsquote
Ablauf einer Kontaktlinsenversorgung
Sie haben sich also entschlossen Ihren Sehfehler mit Hilfe von Kontaktlinsen zu korrigieren. Dies ist bei augenärztlicher Gesundheitsvorsorge dank moderner Linsenmaterialien und schonender Hygienesysteme in den meisten Fällen möglich.
1. Untersuchung und Gespräch
Bei der ersten Untersuchung stellt der Augenarzt fest, ob Ihr Sehfehler mit Kontaktlinsen korrigiert werden kann, und ob Kontaktlinsen für Ihre Augen geeignet sind. Gewisse Augenveränderungen (z.B. höhergradige oder rasch zunehmende Kurzsichtigkeit, unregelmäßige Hornhautkrümmung, größere Seitendifferenz des Brechfehlers) sind überhaupt nur mit Kontaktlinsen optimal zu korrigieren. Der erstrebte Verwendungszweck (Beruf, Sport, Hobbys) und Ihre persönlichen Vorstellungen helfen dabei, das für Sie passende System auszuwählen. Der Zustand Ihrer Augen und die augenärztliche Erfahrung bestimmen die endgültige Wahl. Eine später auftretende Unverträglichkeit kann aber nicht ausgeschlossen werden.
2. Anpassung
Zur Anpassung ist eine exakte Vermessung der Augenoberfläche erforderlich. Nach Anprobieren von entsprechenden Messlinsen mit Näherungswerten kann eine Feinabstimmung der Passeigenschaften am Spaltlampenmikroskop erfolgen. Hierbei wird insbesondere das Sitzverhalten, die Beweglichkeit sowie der Tränenfilm zwischen Kontaktlinse und Augenvorderfläche beurteilt. Durch das Probetragen lernen sie auch das Tragegefühl kennen. Abschließend muss noch die exakte Korrektionsstärke ermittelt werden und danach können Ihre persönlichen Kontaktlinsen bei einem geeigneten Hersteller angefertigt werden. So angepasste und eigens für Ihre Augen hergestellte Kontaktlinsen gewähren Ihnen eine bestmögliche Korrektur mit konstanter Sehschärfe verbunden mit dem größtmöglichen Maß an Sicherheit für medizinisch unbedenkliches, beschwerdefreies Tragen.
3. Handhabungstraining und Kontaktlinsenabgabe
Nach dem Eintreffen Ihrer persönlichen Kontaktlinsen wird ein "Übungstermin" zeitnah vereinbart. Sie lernen in aller Ruhe alle nötigen Handgriffe zum Einsetzen und Herausnehmen Ihrer Kontaktlinsen sowie die richtigen Hygieneschritte. Sie erhalten Sicherheits-Informationen sowie einen Kontaktlinsen-Sicherheitspass mit den wichtigsten Angaben Ihrer Kontaktlinsen. Ein paar Tage später wird nochmals das Passverhalten und die Sehschärfe geprüft, Sie haben Gelegenheit über Ihre ersten Erfahrungen zu berichten.
4. Der Verrechnungsmodus
Werden die Kontaktlinsen lediglich aus kosmetischen Gründen oder z. B. zur rein privaten Sportausübung gewünscht, wird die Anpassung als Privatleistung verrechnet (Selbstzahlerleistung). Sind Kontaktlinsen wegen besonderer Augenveränderungen medizinisch angezeigt, wird Ihre Krankenkasse eine Leistung erbringen. Über Möglichkeit der Kassenleistung und deren Höhe informieren wir Sie gerne im persönlichen Gespräch.
Die Kontaktlinse ist kein Fun-Artikel!
Über Gesundheitsbeilagen von Zeitungen, Illustrierte oder Werbung im Fernsehen wird die Vermarktung des Medizinproduktes Kontaktlinse mit Hochdruck betrieben. Dabei ist Absatzsteigerung um fast jeden Preis das vorrangige Ziel. Leider werden dabei die Gefahren, die von Kontaktlinsen ausgehen können verschwiegen. Lockangebote wie "Gratis Probetragen" oder "Testen Sie unsere Kontaktlinsen" haben mit seriösem Umgang mit dem Medizinprodukt nichts mehr gemeinsam. Auch im Internet gibt es unzählige Angebote von Kontaktlinsen, die meist nur nach der Brillenglasstärke bestellt werden. Unersetzlich ist nach wie vor die augenfachärztliche Untersuchung vor jeder Kontaktlinsenanpassung. Nur so können Augenkrankheiten festgestellt werden, die das Anpassen oder Tragen von Kontaktlinsen ausschließen. Der/die Kontaktlinsenträger/in muss nach der Anpassung und Kontaktlinsenabgabe in die richtige Handhabung und notwendigen Hygienemaßnahmen unterwiesen werden. Über mögliche Risken und das Verhalten im Falle von Beschwerden muss aufgeklärt werden. Nachfolgende Bilder zeigen, dass fehlende oder mangelhafte Aufklärung der Kontaktlinsenträger/innen böse Folgen haben können, vor allem, wenn ärztliche Hilfe nicht oder zu spät in Anspruch genommen wird.
![]() Größere Bindehautblutung bei Verletzung mit Fingernagel (ungeübtes Einsetzen) | ![]() Gefäßeinsprossung bei chronischem Sauerstoffmangel (zu eng sitzende Kontaktlinse) | ![]() Hornhautulkus (mangels Aufklärung wird die Kontaktlinse weiter getragen) | ![]() Toxische Reizung (Hygienemittelunverträglichkeit) | ![]() Narbe nach Hornhautulkus (Keratoplastik steht bevor) |
Die exakte, individuelle Anpassung von Kontaktlinsen ist also nicht nur für den Seherfolg, sondern auch für die gesunde Trageweise ausschlaggebend. Wir bieten Ihnen deshalb eine qualifizierte, augenfachärztliche Kontaktlinsenversorgung. Ungenau angepasste Kontaktlinsen führen oft erst nach einiger Zeit zu Reizerscheinungen, Sauerstoffmangel und damit Infektionsanfälligkeit und anderen Augenschäden, die Dauerfolgen bis zur Erblindung haben können. Dies gilt für alle Kontaktlinsen, also gerade auch für so genannte Tages- oder Monats-Kontaktlinsen.
Die „Jux-Kontaktlinsen“ mit aufgedrucktem Muster sind besonders problematisch, weil sie – auch nach kurzzeitigem Tragen – oft zu beträchtlichen Sehbehinderungen führen. Dies erhöht die Unfallgefahr Jugendlicher etwa nach einem Disco-Besuch drastisch. Leider sind bereits Unfälle mit fatalem Ausgang auf diesen Unfug zurückzuführen. Beim „Probetragen“ oder „Testen“ oder Verkauf über das Internet fehlt sowohl die persönliche Fachberatung als auch die fachgerechte Anpassung völlig.
Wir bieten Ihnen augenfachärztliche Kompetenz rund um die Kontaktlinse!
- gründliche fachärztliche Augenuntersuchung
- eingehende Untersuchung und Beratung rund um die Kontaktlinse
- Anpassen und Versorgen mit Kontaktlinsen aller Systeme
- Kontrolle und Nachsorge der Kontaktlinsenträger/innen
- Verträglichkeitsprüfungen über Jahre
- kompetente Intervention im Falle von Komplikationen
- Sicherheitsaufklärung und Handhabungstraining
- Hygieneschulung und Aufklärung über mögliche Risiken
Kontaktlinsenhygiene
Der Schlüssel für ein beschwerdefreies, erfolgreiches Tragen liegt in einer konsequenten und sorgfältigen Kontaktlinsenhygiene. Um Komplikationen am Auge zu vermeiden muss die Kontaktlinse nach dem Tragen sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. Diese Hygienemaßnahmen sind wichtig weil sich während des Tragens Eiweiße, Fette Kohlenhydrate aus der Tränenflüssigkeit sowie abgeschilferte Zellen der Bindehaut und Hornhaut auf der Oberfläche der Kontaktlinse ablagern. Zudem finden sich Staub und Fremdkörperpartikel aus der Umwelt auf der Linsenoberfläche. Vor allem bei hydrophilen (weichen) Kontaktlinsen dringen auch wasserlösliche Substanzen in die Linsenmatrix ein. Alle diese Ablagerungen sind ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Ihr Augenarzt wird Sie auch hierbei beraten und entsprechend in die Handhabung einweisen.
Sicherheitshinweise für Kontaktlinsenträger
- Tragedauer: Halten Sie die empfohlene tägliche Tragedauer unbedingt ein. Sie ist verschieden, sollte in der Regel jedoch 12 Stunden nicht überschreiten. Treten innerhalb dieser empfohlenen Tragezeit Beschwerden auf, nehmen Sie bitte die Linsen aus den Augen und kontaktieren Sie Ihre(n) Augenarzt/ärztin.
- Kontrolle: Augenärztliche Kontrolle: zweimal jährlich müssen ihre Augen vom Augenarzt/ärztin untersucht werden. Je früher Probleme oder Unverträglichkeiten erkannt werden, desto besser ist die Aussicht auf erfolgreiche Behandlung. Achten Sie unbedingt auf sichtbare Beschädigung Ihrer Kontaktlinsen (Riss, Bruch, Randkerben, Fremdkörpereinlagerungen) – das Tragen solcher Kontaktlinsen kann Ihr Auge schädigen!
- Hygiene: Befolgen Sie die Hygiene-Richtlinien genau. Waschen Sie die Hände vor jeder Berührung der Kontaktlinsen. Verwenden Sie zum Reinigen der Linsen nur die empfohlenen Hygiene-Produkte – Leitungswasser ist ungeeignet. Achten Sie auf peinliche Sauberkeit des Kontaktlinsen-Behälters. Unsaubere Behälter sind Brutstätte gefährlicher Keime – regelmäßiger Tausch ist zu empfehlen. Halten Sie auch genügend Pflegemittel (bei Tauschsystemen auch weitere Linsen) in Vorrat. Was tun bei
- Beschwerden: Bei Rötung, Schmerzen, Entzündung oder Brennen der Augen, sowie bei verstärktem Tränenfluss oder Sehverschlechterung dürfen Sie ihre Kontaktlinsen nicht tragen und müssen baldmöglichst eine(n) Augenarzt/ärztin aufsuchen.
Behandlung Infektionen + Entzündungen
Bindehautentzündung
Bakterielle Bindehautentzündungen werden mit antibiotischen Augentropfen behandelt, virale symptomatisch und allergisch bedingte mit antiallergisch.
Regenbogenhautentzündung
Die Behandlung richtet sich nach der durch die teilweise notwendigen umfangreichen Diagnostik gefundenen Ursache; immer wird örtlich entzündungshemmend behandelt und parallel dazu auch die auslösende Grunderkrankung. Komplikationen insbesondere bei wiederholtem Auftreten oder chronischem können sein: sich entwickelnde Linsentrübungen (Cataracta complicata) und Grüner Star (Sekundärglaukom).
Entzündung der gesamten mittleren Augenhaut
Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich auch hier nach der festgestellten Ursache, also entzündungshemmend, das Immunsystem beeinflussend. Mögliche Komplikationen können auftreten in Form von Grünem Star (Sekundärglaukom), Grauem Star (Cataracta complicata), Netzhautablösung (Amotio oder auch Ablatio retinae), Netzhautschwellung (Ödem), im schlimmsten Fall auch Erblindung.
Entzündung des Augeninneren
Eine möglichst frühzeitige Behandlung durch Antibiotika ist notwendig hinsichtlich der der Gesundung des Auges und der Erhaltung der Sehschärfe. Auch ein chirurgischer Eingriff kann zusätzlich erforderlich werden. Dennoch ist häufig die Prognose hinsichtlich der Sehschärfe auch bei früher Diagnosestellung und sofortiger Einleitung der angemessenen Behandlung nicht gut.
Behandlung Liderkrankungen und kosmetische Operationen
Schlaffe Lidhaut (Blepharochalasis)
Operativ: Nach vorheriger genauer Markierung wird der Schnitt in die obere, natürliche Lidfalte gelegt. Die überschüssige Haut wird entfernt. Die spätere, hauchdünne Narbe verschwindet beim Aufschlagen der Lider vollständig. Am Unterlid liegt der zarte Schnitt dicht unter dem Wimpernrand und läuft am äußeren Augenwinkel in eine der immer bestehenden natürlichen Lachfalten.
Der Eingriff ist meist als kosmetische Operation einzustufen und somit eine Selbstzahlerleistung (Selbstzahlerleistung); bei relevanten objektivierbaren (s.o.) Gesichtsfeldeinschränkungen wird die Operation von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) übernommen; mit der privaten Krankenversicherung (PKV) sollte vorher die Kostenübernahme geklärt werden.
Herabhängendes Augenlid (Ptosis)
Operativ: Ausprägung der Ptosis und Restfunktion des Lidhebermuskels bestimmen die OP-Technik, bei der am häufigsten eine Straffung dieses Muskels angezeigt ist. Sofern die Lidheberfunktion noch teilweise erhalten ist, lässt sich durch operative Verkürzung der Übertragungsstrecke vom Muskel über die Sehne an den Ansatz der Lidplatte eine ausreichende Hebung des Oberlides erreichen. Dieser in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführte Eingriff kann bei gleichzeitig vorliegendem Hautüberschuss mit der Entfernung der überschüssigen Oberlidhaut kombiniert werden.
Bei geringgradiger Ptosis ohne Funktionseinschränkung durch eine relevante Gesichtsfeldeinschränkung handelt es sich bei OP-Wunsch des Patienten um einen kosmetischen Eingriff und somit beim gesetzlich Versicherten um eine Selbstzahlerleistung (Selbstzahlerleistung), der Privatpatient sollte vor dem Eingriff die evtl. Kostenübernahme klären. Bei deutlichen funktionellen Einschränkungen handelt es sich um eine Leistung der GKV und auch der PKV.
Fetteinlagerung in die Lidhaut (Xanthelasma)
Kosmetisch, daher Selbstzahlerleistung (Selbstzahlerleistung). Privatpatienten sollten vorab eine evtl. Kostenübernahme ihrer PKV klären.
Operativ: Chirurgisch mit Skalpell – zunächst wird elliptisch ausgeschnitten, woran sich eine begrenzte Hautlappenverschiebung zum Wundverschluß anschließt. Rezidive sind häufig und können dann wiederum entfernt werden.
Laserbehandlung: Die besten Ergebnisse können durch Laseranwendung erreicht werden. Dermatologische Co2-Laser, Erbiumlaser, Argon-, Farbstoff-, KTP-Laser können eingesetzt werden.
Kryochirurgie: Unter Kryochirurgie versteht man die punktgenaue Vereisung des Xanthelasmas zur Gewebedegeneration.
Nach außen stehendes Unterlid (Ektropium)
Die Behandlung besteht in der operativen Wiederherstellung der normalen Lidstellung, z.T. mit einer Hautverschiebeplastik, wodurch die Beschwerden meist behoben werden können. Je nach Ausprägung werden unterschiedliche Operationsverfahren angewandt.
Nach innen stehendes Unterlid (Entropium)
Die Operation führt zu einer korrigierten Stellung der Sehnenplatte und der Muskelgruppen des Unterlides zueinander. Wenn die Lidspannung insgesamt zu gering ist, wird zusätzlich das Lidbändchen gestrafft.
Lidtumore
Die Chirurgie bösartiger Erkrankungen des Lides zielt dabei auf eine sicher vollständige Entfernung ab. Die kosmetische und funktionelle Wiederherstellung der Lider nach Tumorentfernung ist die eigentliche Kunst der Augenlidchirurgie. Teilweise muß dazu Gewebe zur Deckung von Defekten verschoben (Verschiebeplastik) oder auch von anderen Körperstellen übertragen werden.
Behandlung Maculadegeneration
Sowohl bei trockener als auch bei feuchter Maculopathie werden diätetische Maßnahme empfohlen. Eine gute Sonnenschutzbrille evt. mit „Blaufilter“ trägt ebenfalls zum Schutz der Netzhaut bei.
Weitere therapeutische Maßnahmen sind der Behandlung der feuchten Form vorbehalten. Als Mittel der Wahl gelten zur Zeit die Gabe von Medikamenten in den Glaskörper. Sie hemmen das Wachstum von Membranen, die durch Blut-und Flüssigkeitsaustritt die Netzhaut zerstören.
Zur Zeit werden drei Substanzen dieser Art angewendet. Es handelt sich bei diesen Wirkstoffen um Antikörper gegen den Gefäßwachstumsfaktor. Die Medikamente Lucentis® und Eylea® sind für die Behandlung zugelassen, während das Mittel Avastin®, welches gute Ergebinisse zeigt, keine Zulassung hat.
Lassen Sie sich beraten. Die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen übernommen.
(Eine weitere Behandlung erfolgt über verschiedene Lasertherapieverfahren, netzhautchirurgische Eingriffe und medikamentöse Behandlung in Form von Tabletten befinden sich noch in der Erprobungsphase.)
Behandlungsmethoden, die die Erkrankung heilen oder sicher aufhalten könnten, gibt es bis heute nicht. Ziel der Behandlung ist die Verlangsamung des Krankheitsprozesses, in günstigen Fällen kann man einen Stillstand der Erkrankung erreichen. Bei der aggressiven exsudativen Verlaufsform hat eine Behandlung die besten Erfolgschancen, wenn sie in den Anfangsstadien der Erkrankung einsetzt.
Nur in Ausnahmefällen wird eine Heilung mit Wiedergewinn der vollen Sehfunktion möglich sein. Wenn eine Behandlung anschlägt, kann erhofft werden, eine Stabilisierung auf dem bestehenden Niveau oder zumindest eine deutliche Verlangsamung des Krankheitsverlaufs zu erreichen.
An allgemeinen Maßnahmen empfiehlt sich der vollständige Verzicht auf das Rauchen und eine vitaminreiche Ernährung (Obst, Gemüse). Ob spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die insbesondere Lutein in Kombination mit Vitaminen und Spurenelementen enthalten, eine noch weitergehende Abschirmung der empfindlichen Maculastrukturen bewirken können, ist bis heute nicht sicher geklärt.
Alle anderen Behandlungsmethoden zielen auf eine Zerstörung bzw. Entfernung der krankhaften Membran. Um hierfür das bestmögliche Behandlungsverfahren auswählen zu können, ist eine spezielle Untersuchung der Netzhaut unverzichtbar, die erkennen lässt, in welche Schichten die Membran eingewachsen ist und ob möglicherweise weitere, im Rahmen der normalen Untersuchung für den Augenarzt unsichtbare, Membrananteile vorhanden sind.
Diese Erkenntnisse liefert die Fluoreszenzangiografie.
![]() Exsudative Maculadegeneration mit Membran und feiner Blutsichel. | ![]() Die Fluoreszenzangiograpfie zeigt in ihrer ersten Phase die farbstoffgefüllten Arterien der Netzhaut sowie die hellweiß leuchtende mit Farbstoff sichtbar gemachte krankhafte Membran. | ![]() Nach etwa 20 min ist der Farbstoff aus den gesunden Blutadern wieder weitgehend abgeflossen, die Farbstoffmenge in der Membran hat jedoch zugenommen. |
Zusätzliche Informationen liefert die OCT-Untersuchung (optische Kohärenztomographie): OCT-Befunde
Je nach Größe und Lokalisation der Membran können unterschiedliche Behandlungsmethoden vorteilhaft sein:
Klassische Laserbehandlung mit „heißem“ Laserstrahl
Die krankhafte Membran wird durch einen Laserstrahl erhitzt und zerstört. Dabei werden auch die Seh- und Nervenzellen mit erfasst und gehen zugrunde. Es bleibt eine inaktive Narbe. Der krankhafte Prozess ist gestoppt, aber um den Preis des Verlustes funktionstüchtiger Zellen. Die klassische Lasertherapie mit einem heißen Laserstrahl eignet sich deshalb in der Regel nur für Membranen, die das unmittelbare Zentrum der Netzhaut nicht mit einbeziehen.
Photodynamische Therapie (PDT) (nur noch in Ausnahmefällen)
Ein neu entwickeltes Medikament wird über eine Infusion in eine Armvene eingespritzt. Dieses Medikament lagert sich bevorzugt an den kleinen Blutadern der krankhaften Membran an und wird hier stark konzentriert. Nach einer definierten Einwirkungszeit wird es mit einem speziellen hierfür entwickelten "kalten" Laser durch kurzdauernde Laserbestrahlung in eine wirksame Form umgewandelt, die die krankhafte Membran zerstört. Die umgebenden Zellen werden geschont, so dass selbst bei Behandlung von Membranen im unmittelbaren Zentrum der Netzhaut nicht, wie bei der klassischen Lasertherapie, mit Narben und Sehschärfenverlust gerechnet werden muss.
Bis zum endgültigen Verschluss der Membran muss die Behandlung in etwa 3-monatigen Abständen möglicherweise bis zu 6 mal wiederholt werden. Ein Nachteil des Verfahrens ist sein hoher Preis, der von den gesetzlichen Krankenkassen nur in einem Teil der Fälle übernommen wird. In welchen Situationen das Verfahren eingesetzt werden kann, kann durch die Fluoreszenzangiografie unterschieden werden. Ihr Augenarzt wird Sie beraten.
Intravitreale Injektion (IVOM)
Das Ziel der Behandlung der feuchten Maculadegeneration liegt darin die falschen Blutgefäße,die sich im Gewebe der Netzhaut entwickelt haben, zu zerstören. Zur Zeit werden drei Substanzen eingesetzt: Lucentis®, Eylea®, Vabysmo® und Avastin® (nicht zugelassen). Ihr Augenarzt wird mit Ihnen besprechen welches Medikament eingesetzt wird. Die Dauer der Therapie richtet sich nach dem Krankheitsverlauf.
Operative Verfahren (nur noch selten)
Bei den operativen Verfahren wird die Membran im Rahmen eines komplizierten mikrochirurgischen Eingriffs unter der Netzhaut herausgezogen (Membranextraktion). Die Verfahren sind noch nicht als Routineeingriffe geeignet und können nur an speziell ausgerüsteten operativen Zentren mit besonders ausgebildeten Operateuren vorgenommen werden. Gleiches gilt für die Macularotation. Dabei wird die Membran operativ entfernt, die gesamte Netzhaut abgelöst und im Auge so gedreht und verschoben, dass die wertvolle Macula auf eine neue gesunde Unterlage zu liegen kommt. Meistens sind hier noch Folgeoperationen erforderlich.
Behandlung Netzhautriss/-ablösung

Lasertherapie bei peripheren Netzhautdegenerationen und Netzhautrissen
Die Lasertherapie ist bei Lochvorstufen und Netzhautrissen eine fast immer erfolgreiche Behandlung. Sie kann mit sehr geringer Belastung und geringen Risiken ambulant erfolgen.
Bei dieser Behandlung wird die gefährdete Netzhautzone oder das bereits entstandene Netzhautforamen mit Laserherden umstellt. Es bildet sich nach wenigen Tagen eine Narbe, die die Netzhaut mit ihrer Unterlage fest verbindet. In den ersten 2 Wochen nach der Lasertherapie eines Netzhautloches sollten schwere körperliche Anstrenungen und längeres Lesen vermieden werden.
Maculaödem bei hoher Kurzsichtigkeit (Myopie)
Mit einer intravitrealen Injektion (IVOM) kann diese Erkrankung behandelt werden z.B. mit Avastin (Bevacizumab®), Lucentis (Ranibizumab®).
Behandlung Netzhautarterienverschluss
Die Netzhautzellen sind hochaktiv und haben deshalb einen hohen Sauerstoffbedarf. Wird die Blut- und Sauerstoffzufuhr durch einen Arterienverschluss völlig unterbrochen, sterben die Zellen nach etwa 3 Stunden ab und können sich nicht mehr erholen. Nur eine Behandlung, die innerhalb dieser Zeit zum Erfolg, also einer Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes führt, kann zu einer Heilung führen.
Die Behandlung besteht in der Akutsituation in
- Kreislaufstabilisierung
- Infusionen zur Verbesserung des Blutstroms
- im Bedarfsfall Absenkung eines zu hohen Augendrucks
- im Fall einer Gefäßentzündung in einer Cortisonbehandlung in sehr hohen Dosen
- nur in Ausnahmefällen kann eine direkte Auflösung von Thromben versucht werden
Nach Abschluss der Akutphase werden die verursachenden Allgemeinkrankheiten behandelt
- Blutdruck einstellen
- Zigarettenkonsum beenden
- Blutfette einstellen
- Diabetes einstellen
- Herzerkrankungen behandeln
- Evtl. stark verengte Halsschlagadern operieren
- Evtl. Dauerbehandlung mit durchblutungsfördernden Medikamenten
Prognose
Aufgrund der kurzen Überlebenszeit der Netzhautzellen nach Unterbrechung der Sauerstoffversorgung ist die Prognose immer ernst. Nur bei Zusammenkommen günstiger Rahmenbedingungen kann mit einer Besserung oder gar Heilung gerechnet werden. In einigen Fällen, insbesondere wenn noch eine Restdurchblutung besteht oder nur kleinere Arterien verschlossen sind, kann eine Erholung von solchen Zellen stattfinden, die bei Behandlungsbeginn noch nicht völlig abgestorben waren. Die Behandlung dient immer auch dem Schutz des nicht befallenen Auges und dem Schutz des Gesamtorganismus, der durch seine Risikofaktoren nicht nur im Hinblick auf sein Sehvermögen sondern auch im Hinblick auf alle anderen Organe gefährdet ist.
Behandlung Netzhautvenenverschluss
Die Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit von Augenarzt und Hausarzt bzw. Internist. Medikamente dürfen nur nach Empfehlung des Arztes eingenommen werden
- Senkung eines zu hohen Augeninnendrucks
- Durchblutungsfördernde Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS)
- Konsequente Behandlung von Grunderkrankungen und Vermeidung von Risikofaktoren
- Evtl. Infusionstherapie
- Je nach Befund der Fluoreszeinangiografie kann eine Laserbehandlung von stark flüssigkeitsdurchtränkten Netzhautbereichen oder von Netzhautzonen mit völlig zusammengebrochener Durchblutung erforderlich sein.
Intravitreale Injektionen (IVOM)
Je nach Verlauf werden bestimmte Medikamente in das Auge eingegeben: z.B. Ranibizumab® (Lucentis), Bevacizumab® (Avastin), Aflibercept (Eylea)®, Triamcinolon® (Cortisonderivat), Dexamathason(Ozuderx®). Die Therapieverläufe werden überprüft und gegebenenfalls angepasst. Hinweise: www.dog.org (Patienteninfos).
Prognose
Kleine Venenastverschlüsse außerhalb des Netzhautzentrums haben eine sehr gute Prognose und heilen meist ohne bleibende störende Folgen aus. Ist das Netzhautzentrum in den Krankheits- prozess einbezogen, bleiben oft Sehstörungen zurück. Die Chancen auf Heilung können durch eine frühzeitige Behandlung und in bestimmten Situationen durch eine Lasertherapie gefördert oder ergänzt werden. Bei Verschluss der Zentralvene ist die Prognose meist ernst. Der Heilungsprozess kann bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Welches Sehvermögen erhalten oder wiedergewonnen werden kann, hängt vor allem vom Ausmaß der noch vorhandenen Restdurchblutung im Verschlussgebiet ab.
Behandlung Netzhauterkrankung bei Diabetes mellitus


- Blutzucker- und Blutdruckregulierung
- Fokale Laserkoagulation
- Pankoagulation
- intraokuläre Medikamentengabe
- Vitrektomie
Grundlage jeder Behandlung ist die bestmögliche Einstellung von Blutzuckerspiegel und Blutdruck.
Sind an der Netzhaut erst einmal Diabetesschäden aufgetreten, richten sich die Bemühungen darauf, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, um ein ausreichendes Sehvermögen zu erhalten. Die Behandlung der Netzhaut bei Diabetesschäden besteht zunächst in einer Lasertherapie. Sie stellt ein Therapieverfahren mit gesicherter Wirksamkeit dar. Medikamentöse Behandlungsverfahren (Tabletten) konnten bisher keinen eindeutigen Beweis von Wirksamkeit erbringen.
Bei der diabetischen Maculoapathie werden unter Umständen Medikamente wie Lucentis® oder ähnliche Substanzen ins Auge gegeben.Sollten diese nicht wirken, kommen Medikamententräger mit Cortison in Frage (z.B. Ozuderx®), die per Injektion in Auge gebracht werden.
Bei Befall nur einzelner Netzhautbereiche kommt eine „fokale Lasertherapie“ zum Einsatz. Hierbei werden gezielt einzelne undichte Zonen mit Flüssigkeitsansammlung durch Laserstrahlen vernarbt und ausgetrocknet. Kritische Veränderungen an kleinen Blutäderchen, sogenannte „Microaneuyrsmen“, werden punktgenau ausgeschaltet. Oft lässt sich damit die Sehschärfe stabilisieren und die Erkrankung zum Stillstand bringen. Wenn die gesamte Netzhaut unter Sauerstoffmangel und Ernährungsstörungen leidet, und die Veränderungen fortgeschrittene und zunehmende Ausmaße erreichen, kann nur noch eine flächenhafte Laserbestrahlung helfen. Dies gilt insbesondere dann, wenn schon krankhafte Blutadern aufgrund von Sauerstoffmangel entstanden sind.
Die „Laserpankoagulation“ verwandelt großflächig fast funktionslose, abgestorbene und weniger wertvolle Teile der Netzhaut in Narben, die keinen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf mehr haben. Das Sauerstoff- und Ernährungsangebot kann auf die zentralen und wertvollsten Netzhautanteile konzentriert und so deren Überlebenschancen und Funktionstüchtigkeit verbessert werden. Anschließend ist mit einer bleibenden Einschränkung des Gesichtsfeldes und eingeschränktem Sehvermögen bei Nacht zu rechnen. Ohne diese Maßnahmen droht jedoch völlige Erblindung.
Wenn die Krankheit in ihr Endstadium eintritt, und ist es nach einer Glaskörperblutung zu Narbenbildung und Netzhautablösung gekommen, kann die Lasertherapie alleine nicht mehr helfen. Durch eine Vitrektomie wird der blutgefüllte Glaskörper mitsamt der Narbenstränge operativ entfernt, und durch eine Spezialgasfüllung oder durch Silikonöl ersetzt, um ein sicheres Anliegen der Netzhaut zu erzielen. Aufgrund der Vorschäden kann nur ein Restsehvermögen erhalten werden, das eine Orientierung im Raum ermöglicht, jedoch kein Lesen mehr erlaubt. Alle Eingriffe erfordern eine sorgfältige Nachsorge und laufende weitere Überwachung.
Während die Lasertherapien und intraoculäre Injektionen von verschiedenen Augenärzten direkt in den Praxen vorgenommen werden, erfordert eine Vitrektomie zumeist eine stationäre Behandlung an spezialisierten operativen Zentren, zu der Sie Ihr Augenarzt weiterverweisen wird.
Behandlung Schielen
Die Behandlung des Schielens verfolgt verschiedene Ziele:
Behebung der Schielschwachsichtigkeit
Die meisten Schielaugen sind schwachsichtig. Darunter versteht man, dass solche Augen trotz des richtigen Brillenglases keine vollwertige Sehschärfe erreichen. Diese Augen haben durch Hemmungen, die das nichtschielende Auge am Schielauge hervorruft, das Sehen nicht richtig gelernt. Diese Hemmungen können so ausgeprägt sein, dass das Schielauge gar nicht am Sehen teilnimmt. Eine Förderung des schlechteren Schielauges ist nur möglich durch zeitweiliges Ausschalten des guten nichtschielenden Auges. Dies kann am effektivsten durch Abkleben des guten Auges mit speziellen Pflastern erreicht werden.
Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer Maßnahmen über deren Einsatz der Augenarzt im einzelnen Fall entscheidet. Die Behebung der Schwachsichtigkeit ist das erste und wichtigste Ziel der Schielbehandlung. Es sollte alles daran gesetzt werden, dass ein schielendes Kind möglichst zwei gleich gut sehende Augen bekommt. In unserer hochzivilisierten Welt sind wir auf eine gute Sehkraft beider Augen vermehrt angewiesen.
Für die Behebung der Schwachsichtigkeit steht in der Kindheitsentwicklung des Menschen nur ein Zeitraum bis zum sechsten oder achten Lebensjahr zur Verfügung. Ältere Menschen können das Sehen nicht mehr besser erlernen. Daraus ergibt sich, dass die Sehkraft in einer Altersphase des Menschen trainiert werden muss, in der noch keine Einsicht in die nicht immer beliebten Methoden erwartet werden kann. Das Therapieziel kann der Augenarzt nur erreichen, wenn auch die Eltern eines betroffenen Kindes konsequent mitarbeiten und sich gegen dessen vordergründige Interessen durchsetzen können.
Besserung des beidäugigen Sehens
Je später ein Kind zu schielen begonnen hat, umso wahrscheinlicher ist es, dass es eine gewisse Zeit ein beidäugiges Sehen erlernt hat. Das Gehirn dieser Menschen hat also gelernt, die Seheindrücke beider Augen gleichzeitig zu verarbeiten und zu einem gemeinsamen Seheindruck zu verschmelzen. Durch ein später aufgetretenes Schielen oder durch eine Zunahme des Schielwinkels ist es dann als Anpassung an diese Schielsituation zu einem Rückgang der Qualität des beidäugigen Sehens oder gar zu einem Verlust des beidäugigen Sehens gekommen. Solche Verschlechterungen können durch eine Korrektur des Schielwinkels in geeigneten Fällen behoben werden. Hier kann die Verordnung der korrekten Brille, die Verordnung einer prismatischen Korrektur oder eine Schieloperation erforderlich werden. Der Augenarzt muss hier im Einzelfall entscheiden welche Methode in Frage kommt.
Besserung der kosmetischen Situation
Viele Patienten oder Eltern sehen im Schielen hauptsächlich ein kosmetisches Problem. Dies ist aus der Sicht der Betroffenen absolut verständlich. Schielwinkel über 10 Grad sind in der Regel kosmetisch auffällig. Nicht alle Patienten können aber so operiert werden, dass am Ende ein kosmetisch gutes Resultat entsteht. Wegen der Anpassung des Gehirns an den Schielwinkel, kann es durch operative Parallelstellung der Augen zu Doppelbildsehen kommen. Deshalb prüft der Augenarzt vor jeder Schieloperation, ob das angestrebte gute kosmetische Ergebnis ohne Doppelbildprobleme erreicht werden kann.
Bei dieser Untersuchung kann sich ergeben, dass nur ein Teil des Schielfehlers operativ korrigiert werden kann. Ein Doppeltsehen nach der Operation ist sehr störend und kann zum Verlust der Kraftfahrtauglichkeit führen. Patienten, die kein beidäugiges Sehen erlernt haben, wie die meisten frühkindlichen Schieler, können oft auch kosmetisch befriedigend operiert werden. Ob dieser kosmetisch gute Effekt länger anhält, kann im Einzelfall nicht gesagt werden. Es ist durchaus möglich, dass z. B. ein nach innen schielender Patient Jahre nach der Operation langsam zunehmend nach außen schielt.
Behandlung Tumore
Augentumore bei Kindern
Kleine Tumoren werden lokal behandelt (Laser, Bestrahlung, Kälte- oder Wärmetherapie), große Retinoblastome erfordern die Entfernung des Augapfels mit anschließender Chemo- und oder Strahlentherapie, außerdem Versorgung mit Augenprothesen.
Augentumore bei Erwachsenen
Therapie abhängig von Lage und Größe, häufig durch lokale Bestrahlung (Brachytherapie), aber auch Entfernung des Augapfels
Katarakt-Operation
Das Prinzip der Operation besteht darin, die trüb gewordene natürliche Linse aus dem Auge zu entfernen und heutzutage eine Kunstlinse einzusetzen.
Standardverfahren
Dies erfolgt heute meistens mit Ultraschall, der Phakoemulsifikation, hierbei wird die Linse im Auge zerkleinert und gleichzeitig abgesaugt, nachdem zuvor instrumentell ein Zugang am Hornhautrand angelegt wurde und anschließend die vordere Linsenkapsel manuell eröffnet wurde. (Kapsulorhexis).
Laserassistierte Verfahren
- Femto-Laser (FLACS = FemtoLaserAssistedCataractSurgery) + Phakoemulsifikation: hierbei wird der Zugang am Hornhautrand die Eröffnung der vorderen Linsenkapsel (Kapsulotomie) und ggf. auch die Präparation von Linsenrinden- und Kern durch den Femtolaser ausgeführt, im Anschluß daran werden die Linsenanteile mittels Phakoemulsifikation abgesaugt. Vorteil: präzise zentrierte und gleichmäßige Kapsulotomie, häufig geringere erforderliche Ultraschallenergie erforderlich. Nachteil: höhere Kosten.
- Femto + Nano-Laser-asisstiert („Laser plus“): Vorteil: wie zuvor, zusätzlich ist u.U. die Anwendung der Phakoemulsifikation nicht notwendig und damit eine noch geringere Belastung durch die Ultraschallenergie. Nachteil: höhere Kosten.
- Bei den laserassistierten Verfahren ist die Differenz zum Standardverfahren eine Selbstzahlerleistung.
Implantation einer Intraokularlinse
u.U. wenn erforderlich auch torisch zum Astigmatismusausgleich
- Monofokal (ggf. asphärisch): i.d.R. Berechnung auf Normalsichtigkeit für die Ferne. Vorteil: sehr gute Abbildungseigenschaften. Nachteil: eine Nahbrille oder auch Mehrstärkenbrille ist postoperativ erforderlich.
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) EDOF (extended dephth of fokus): ermöglicht gute Fernsicht und Intermediär-Abstand (z.B. Autofahren+Armaturenbrett). Eine Nahbrille ist i.d.R. notwendig. Einschränkungen beim Dämmerungssehen/Kontrastsehen/Blendung.
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) Multifokal/Trifokal: Deckt Fern-, Intermediär- und Nahdistanz ab, weitgehende Brillenunabhängigkeit. Zum Erkennen sehr kleiner Objekte im Nahbereich u.U. zusätzlich in bestimmten Situationen schwache Nahbrille. Einschränkungen beim Dämmerungssehen/Kontrastsehen/Blendung.
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) Monofokal+add-on Multifokal-IOL: wie zuvor, aber bei möglicher Unverträglichkeit reversibel durch Entfernung der add-on IOL; dann Monofokal IOL+Brillenkorrektion (z.B. Liberty-System [1stQ®) Ohne Brille wieder richtig gut sehen – Liberty² das Zweilinsensystem (liberty2.de).
- „Premium-IOL“ (Zusatz-Kosten) Monovision: 1. Auge Monofokal Einstellung auf Ferndistanz, 2. Auge Monofokal Einstellung auf Nahdistanz. Weitgehende Brillenunabhängigkeit, für optimales Binokularsehen evtl. Mehrstärkenkorrektion.
- Bei Intraokularlinsen ist die Differenz zur Standardlinse eine Selbstzahlerleistung.
Laserbehandlung

Argon-Laser-Trabekuloplastik (ALT)
Nicht immer reicht die Behandlung mit Augentropfen aus. Wenn eine ausreichende Augeninnendrucksenkung nicht durch Augentropfen erzielt werden kann, ist eine Laserbehandlung möglich. Diese Methode wird vor allem bei Patienten mit einem Offenwinkelglaukom angewendet. Dabei werden in das siebartige Geflecht im Kammerwinkel (Trabekelwerk) winzige Öffnungen gelasert. Die ALT-Lasertherapie ist eine bewährte und effektive Therapie, deren Wirkung jedoch meist nicht von Dauer ist.
Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT)
Die SLT ist eine neuere Form der Laserbehandlung bei Grünem Star. Durch Pigmentaktivierung im Kammerwinkel wird der Abfluss des Kammerwassers verbessert und der Augeninnendruck kann meist auch langanhaltend gesenkt werden.Die SLT-Therapie kann bei Bedarf auch mehrfach wiederholt werden
Laser-Iridotomie
Bei einer Engwinkelsituation und dem Risiko eines Winkelblocks mit der Folge einer akuten Drucksteigerung (Glaukomanfall) wird mittels YAG-Laser eine Öffnung in der peripheren Regenbogenhaut angelegt, damit das Kammerwasser aus der Vorderkammer direkt in den hinteren Augenabschnitt abfließen kann.
Medikamentöse Behandlung
An erster Stelle der Glaukomtherapie steht in der Regel die Behandlung mit Augentropfen. Es gibt eine große Anzahl verschiedener Augentropfen, und die Forschung hat in den letzten Jahren zahlreiche neue wirksame Medikamente entwickelt. Eine Drucksenkung wird erreicht, wenn ein Wirkstoff entweder die Produktion des Kammerwassers hemmt oder den Abfluss des Kammerwassers verbessert.
Die Auswahl richtet sich nach der Verträglichkeit und danach, wie stark man den Augeninnendruck senken möchte. Die Augentropfen müssen in der Regel lebenslang regelmäßig getropft werden – denn wenn der Augeninnendruck einmal krankhaft verändert ist, bleibt er das unbehandelt meist zeitlebens erhöht.
Okklusionstherapie
Die Okklusionstherapie wird hauptsächlich bei frühkindlichem Schielen, aber auch zur Verbesserung einer beispielsweise durch Brechkraftunterschiede beider Augen (Anisometropie) geminderten Sehschärfe eines Auges im frühen Kindesalter angewandt. Okklusion (v. lat. occludere= verschließen) heißt, das besser sehende Auge in bestimmten, vom Alter des Kindes abhängigen Intervallen abzukleben,
Durch das Abkleben des besser sehenden Auges wird das schlechter sehende „gezwungen“, aktiver am Sehakt teilzunehmen, um der Person eine möglichst gute visuelle Orientierung zu verschaffen; in der überwiegenden Zahl der Fälle kann auf diese Weise allmählich eine Sehverbesserung erreicht werden, häufig wird sogar bei Therapierfolg eine normale Sehschärfe erreicht, wobei ein möglichst früher Therapiebeginn Bedingung ist. Voraussetzung ist neben bestmöglicher Korrektion des Sehfehlers auch eine konsequente Durchführung der Okklusion. Die Erziehungsberechtigten müssen darüber aufgeklärt werden, dass eine solche Therapie u.U. über Jahre erforderlich sein kann. Bei erfolgreicher Verbesserung der Sehschärfe wird nach deren Stabilisierung die im zeitlichen Verlauf immer wieder anzupassende Okklusionstherapie stufenweise reduziert, bis sie schließlich ganz beendet werden kann.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Okklusionstherapie: die selten angewandte Penalisation, die Brillen-Okklusion und die Pflasterokklusion, wobei letztere am erfolgversprechendsten scheint.
Beispiele für Brillenokklusion: Quelle: Stetoskop.dk | Beispiele für Pflasterokklusion: Quelle: Augenärzte Wallisellen |
Operative drucksenkende Eingriffe

Minimalinvasiv (MIGS = Minimal invasive Glaucoma surgery)
Eine Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Glaukom, die eine Senkung des Augeninnendrucks benötigen. Hier sind einige minimalinvasive Verfahren angeführt:
- iStent inject: Bei dieser Operation werden zwei winzige Ventile in das Abflusssystem des Kammerwassers eingesetzt, um den Augeninnendruck zu senken.
- Viskokanaloplastik: Hierbei wird ein Mikrokatheter von außen in den Schlemm’schen Kanal (die natürliche Drainagestelle für Kammerwasser) eingeführt, um den Druck im Auge zu verringern. Ein intrakanalikulärer Stent hält den Kanal offen und verbessert den Abfluss.
- 360°-Faden-Trabekulotomie: Ein Faden wird in den Abflusskanal des Auges (Schlemm’scher Kanal) eingelegt und wieder herausgezogen, um den Abfluss von Kammerwasser zu verbessern
Invasive Eingriffe
- Iridektomie: Durch einen operativen Eingriff wird eine kleine Öffnung in der Iris angelegt.
- Filteroperationen (Trabekulektomie, Trabekulotomie, Goniotrepanation): Durch Ausschneiden eines kleinen Stückes der Augenwand wird ein zusätzlicher Abfluss unter die Bindehaut geschaffen. Dort bildet sich eine seichte Vorwölbung, die als Filterkissen bezeichnet wird. Bei der Trabekulotomie wird eine auf dem Maschenwerk liegende zarte Membran, die den Abfluss behindert, mit einem feinen Skalpell durchtrennt.
- Zyklophoto-/Zyklokryokogalutaion: Bei der Zyklophotokoagulation wird ein Teil des Ziliarkörpers in dem Bereich verödet, der das Kammerwasser bildet. Dadurch wird weniger Kammerwasser produziert und der Augeninnendruck sinkt. Bei der Zyklokryokoagulation erfolgt die Zerstörung der augenwasserbildenden Ziliarkörperanteile mit einem Kältestift. Beide Verfahren werden vor allem bei einem sekundären Glaukom oder Glaukomformen angewandt, bei denen andere Operationstechniken erfolglos waren.
Orthokeratologie
Zeitlich begrenzte Möglichkeit der Korrektur von Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung durch nächtliches Tragen neuartiger Korrekturlinsen
Korrekturprinzip
Das nächtliche Tragen spezieller formstabiler Kontaktlinsen beeinflusst die Hornhautoberfläche ,so dass das Sehen für einen begrenzten Zeitraum (bis zu 16 Stunden und länger) ohne Brille möglich ist. Dieser Effekt tritt teilweise bereits nach der ersten Nacht ein. Je nach Korrekturanforderung wird die volle Sehfähigkeit nach ca. 3-12 Nächten erreicht. So ist es möglich, dass Menschen mit einer Kurzsichtigkeit bis ca. – 4,5 Dpt und einer Hornhautverkrümmung bis 1,5 Dpt tagsüber ohne Brille und Kontaktlinsen auskommen. Die Korrekturlinsen werden jährlich ausgetauscht.
Wie sicher und empfehlenswert sind solche Kontaktlinsen? Hierzu bemerkt die Deutsche Augenärztliche Kontaktlinsen Gesellschaft: Das System ist verblüffend wirkungsvoll, das Konzept überzeugend. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihren Augenarzt. Doe Orthokeratologie ist eine Selbstzahlerleistung.
Psychotherapie
Psychotherapie ist die Behandlung mit psychologischen Methoden. Dies bedeutet: In Gesprächen zwischen Patient und Therapeut wird versucht, unbewältigte Konflikte, Erinnerungen und Gefühle aufzudecken und so eine Verhaltensänderung einzuleiten.
Bei einigen Augenerkrankungen und Augenbeschwerden tragen seelische Konflikte zur Entwicklung dieser organischen Erkrankungen bei. Andererseits können Augenerkrankungen zu seelischen Erkrankungen führen und dadurch die vorliegenden Augenbefunde verschlimmern.
Entscheidend ist es, die seelische Ursache zu erkennen, da sie oft von Arzt und Patient übersehen wird. Die Symptome (bzw. Erkrankungen) an den Augen können vom geringen Unwohlgefühl über starke Schmerzen bis hin zur Erblindung reichen.
Refraktive Chirurgie (operative Behandlung von Fehlsichtigkeit)
Unter der Bezeichnung „Refraktive Chirurgie“ werden alle Eingriffe zusammengefasst, die die Brechkraft des Auges (Refraktion) verändern. Dazu zählen Laseroperationen wie die Photorefraktive Keratektomie (PRK), LASIK, LASEK und (ReLEx-)SMILE, aber auch der Refraktive Linsenaustausch (RLA oder CLE) und die Phake-IOL-Verfahren (PIOL).
Hier kann wiederum unterschieden werden zwischen refraktiven Eingriffen
- mittels Laserchirurgie, bei der der Excimer-Laser, inzwischen häufiger der noch präzisere und durch die extrem kurzen Impulse (eine Femtosekunde ist der millionste Teil einer milliardstel Sekunde, d.h. in einer Femtosekunde legt selbst Licht nur den dreihundertsten Teil eines Haardurchmessers zurück) gewebeschonendere Femtosekundenlaser Anwendung findet.
- und mittels Linsenverfahren
Zu den refraktiven Laserverfahren:
- Photorefraktive Keratektomie (PRK bzw. LASEK und Trans-PRK): Bei der PRK bzw. LASEK wird die oberste Zellschicht der Hornhaut, das sogenannte Epithel, entfernt (PRK) bzw. abgelöst und vorübergehend zur Seite geschoben (LASEK). Danach wird mit dem Excimer Laser die Hornhautoberfläche behandelt. Das Epithel bildet sich neu (PRK) bzw. wächst wieder fest an (LASEK), so dass die oberflächliche Wunde nach einigen Tagen verheilt ist. Nachteile der PRK: langsame Heilung sowie das Auftreten von teilweise erheblichen Schmerzen nach der Operation. Bei PRK und LASEK können Hornhauttrübungen auftreten, die nicht mehr zu beheben sind, allerdings in den meisten Fällen subjektiv nicht stören. Die PRK wird seit 1986 angewandt zur Korrektur der Kurzsichtigkeit bis ca. -6 Dioptrien und des Astigmatismus bis ca. 3 Dioptrien. Bis zu diesen Grenzen ist sie wissenschaftlich anerkannt. Die PRK wird heute meist als Trans-PRK, eine Variante der PRK, durchgeführt, bei der das Epithel nicht mechanisch, sondern mit Laser abgetragen wird.
- Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK): Bei der LASIK wird in einem ersten Schritt mit einem automatischen Präzisionsmesser eine 0,16 mm dicke Schicht der Hornhaut präpariert und wie ein Deckel zur Seite geklappt. Die eigentliche Laserbehandlung erfolgt nun im Inneren der Hornhaut. Danach wird die Hornhautlamelle wieder zurückgeklappt. Sie saugt sich von selbst wieder fest und muss nicht angenäht werden. Der Vorteil der LASIK gegenüber der PRK besteht darin, dass die Oberfläche der Hornhaut nicht zerstört wird. Die Narbenbildung nach LASIK ist deutlich geringer, Nach der Operation treten in aller Regel keine Schmerzen, sondern nur für wenige Stunden ein gewisses Fremdkörpergefühl mit Tränenfluss auf. Auch wird oft bereits am Tag nach der Operation eine gute Sehschärfe erreicht. Die LASIK wird seit 1990 zur Korrektur der Kurzsichtigkeit, des Astigmatismus und inzwischen auch der Weitsichtigkeit verwendet. Bis zu ca. -10 Dioptrien Kurzsichtigkeit und bis 3 Dioptrien Astigmatismus ist das Verfahren wissenschaftlich anerkannt.
- SMILE (Small incision lenticule extraction): Hierbei wird mit dem Femto-Laser im Hornhautstroma ein Lentikel sowie ein kleiner peripherer Zugang angelegt durch den das linsenförmige Gewebeteil (Lentikel) entfernt werden kann. Vorteile: Femtosekundenlaser sind dafür ausgelegt, die oberen Schichten der Hornhaut zu durchdringen, ohne diese dabei zu verletzen, und ein Lentikel in nur einer bestimmten Unterschicht in der Hornhaut zu erzeugen. Das bedeutet:
- Dank eines sehr kleinen Schnitts (unter 4 mm) auf der Augenoberfläche unterstützt SMILE minimalinvasive Verfahren
- Die äußere Hornhautschicht muss nicht entfernt werden
- Hornhautnerven, die Tränendrüsen stimulieren, sind weniger betroffen und können das Auge weiterhin feucht halten. Nebenwirkungen wie trockene Augen sind bei SMILE selten
- Die Hornhautstabilität bleibt erhalten, da die obere Hornhautschicht praktisch unberührt bleibt. SMILE-Augenlaserbehandlung (zeiss.de).
Die Einstufung eines Verfahrens als „wissenschaftlich anerkannt“ erfolgt nach strengen Kriterien: „Ein Verfahren wird als wissenschaftlich anerkannt bezeichnet, wenn die Vor- und Nachteile dieses Verfahrens weitestgehend bekannt sind, der Anwendungsbereich klar umschrieben werden kann, und Langzeitergebnisse vorliegen, die Spätkomplikationen unwahrscheinlich erscheinen lassen.“ (Zitat aus den Richtlinien der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)).
Für wen kommt die LASIK-Behandlung mit dem Laser in Frage?
- Brillenwerte sollten längere Zeit unverändert sein
- Kurzsichtigkeiten bis ca -10 Dioptrien
- Astigmatismus bis ca 3 Dioptrien
- Hyperopien bis ca +5 Dioptrien (noch nicht wissenschaftlich anerkannt)
- Kontaktlinsenunverträglichkeit
- Berufliche, kosmetische oder auch rein private Gründe
Für wen kommt die Laser-Behandlung nicht in Frage?
- Personen unter 18 Jahre
- Brillenwerte ändern sich noch laufend
- Chronisch fortschreitende Hornhauterkrankungen, z.B. Keratokonus
- Grauer Star (Katarakt)
- Allgemeinerkrankungen, die mit Heilungsstörungen einhergehen, z.B. Rheuma, Diabetes
- Systemische Immunerkrankungen (z.B. Lupus erythematodes)
Wie läuft die Behandlung mit dem Laser ab?
Voruntersuchungen: In jedem Fall erfolgt eine Untersuchung der Augen, um zunächst abzuklären, ob sie organisch gesund und damit für eine Laserbehandlung geeignet sind. Vor allem die Topographie (Messung der Hornhautoberfläche ) und die Messung der Hornhautdicke sind wichtige Untersuchungen. Vor diesen Untersuchungen müssen Kontaktlinsenträger eine Tragepause von einigen Tagen bis Wochen einlegen. Daneben gibt es eine Reihe von weiteren Untersuchungen, die der Augenarzt durchführen muss. Auch ein intensives Gespräch über die Erwartungen des Patienten, das erreichbare Ergebnis, die notwendige Nachbehandlung bis hin zu möglichen Risiken ist sehr wichtig.
Die LASIK -Behandlung mit dem Laser: Die Behandlung erfolgt ambulant und wird unter Tropfanästhesie schmerzfrei durchgeführt. Die Daten der Voruntersuchung werden in einen Computer eingegeben, dieser wiederum steuert den Laser. Nach Einsetzen eines Lidsperrers wird das Hornhautdeckelchen, der sog. Flap mit einem automatischen Präzisionsmesser geschnitten. Danach trägt der Laser schmerz- und berührungsfrei entsprechend der Fehlsichtigkeit Hornhautgewebe ab und schleift quasi die Brille in die zentrale Hornhaut mit einem Radius von 6-7 mm ein. Dabei verfolgt er ständig auch kleinste Blickbewegungen und bleibt so permanent auf der Hornhaut zentriert. Zusätzlich kontrolliert der Augenarzt die Operation durch das Operationsmikroskop. Nach der Laserbehandlung, die oft nur 30 Sekunden dauert, wird der Flap zurückgeklappt und saugt sich ohne Naht wieder in seiner alten Position fest.
Nachbehandlung und Heilungsprozess: Nach der Operation wird das Auge nochmals untersucht und erhält danach eine Schutzklappe. Selbstständiges Fahren nach der Operation ist nicht möglich! In den ersten Stunden nach der Operation tränt und reibt das Auge, das Sehen ist verschwommen, starke Schmerzen treten normalerweise nicht auf. Die Schutzklappe wird am Tag nach der Operation entfernt, es erfolgt auch die erste augenärztliche Kontrolle. Die weiteren Kontrollen und Gabe von Augentropfen müssen unbedingt entsprechend den Anweisungen des Augenarztes erfolgen. Wichtig ist auch, nicht am Auge zu reiben und Sonnenstrahlung zu vermeiden.
Bereits am Tag nach der LASIK wird oft ein gutes Sehvermögen erreicht. In den ersten Wochen können noch leichte Schwankungen auftreten, bis sich nach etwa 6 Wochen die Sehschärfe stabilisiert. Allerdings ist es trotz exakter Voruntersuchung möglich, dass die Fehlsichtigkeit nach Monaten bis Jahren wieder zunimmt. Grundsätzlich gilt: je geringer die Fehlsichtigkeit, desto größer ist die Chance, keine Brille mehr zu benötigen. Völlige Unabhängigkeit von einer Fernbrille kann nicht garantiert werden. Auch bei optimalem Erfolg muss etwa ab dem 45. Lebensjahr wegen der zunehmenden Alterssichtigkeit eine Lesebrille getragen werden.
Grundsätzlich ist die operative Behandlung der Fehlsichtigkeit keine Kassenleistung (Selbstzahlerleistung); das gilt auch für die im Zusammenhang mit dem Lasereingriff notwendigen Beratungen, Vor- und Nachbehandlungen während dreier Monate und die Kosten für die erforderlichen Medikamente. Auch ist zu beachten, dass eine Krankschreibung wegen der Laserbehandlung bei normalem Heilverlauf nicht gestattet ist.
Welche Probleme können auftreten?
Vor allem bei hohen Fehlsichtigkeiten kann es nach der Operation am ersten Auge bis zur Operation des zweiten Auges zu Problemen des beidäugigen Sehens kommen. Deshalb und auf Grund der guten Erfahrungen mit der LASIK werden inzwischen öfter beide Augen in möglichst kurzem zeitlichen Abstand behandelt. In Dämmerung und Dunkelheit kann es zu vermehrter Blendung und zur Wahrnehmung von Lichthöfen (Halos) kommen. Vor allem bei der Behandlung von höheren Kurzsichtigkeiten oder öfter bei Weitsichtigkeiten kann dies auftreten. In seltenen Fällen – fast immer durch Reiben am Auge – kann es zu einer Verschiebung des Hornhautflaps kommen. In diesem Fall ist eine operative Positionierung nötig.
Ebenfalls selten kann die oberflächlichste Schicht der Hornhaut – das Epithel – nach einigen Wochen unter das Deckelchen einwachsen und muss dann operativ entfernt werden. V.a. bei Patienten mit Wundheilungsstörungen sowie bei Auftreten von Infektionen oder Entzündungen kann es zu einer bleibenden Narbenbildung mit Sehverschlechterung kommen. Eine zu starke Ausdünnung der Hornhaut mit nachfolgender Vorwölbung und massiver Sehverschlechterung ist sehr selten, kann aber eine Hornhautübertragung notwendig werden lassen.
Durch die Verdünnung der Hornhaut werden die Werte einer Augeninnendruckmessung verfälscht, hierdurch kann ein Grüner Star möglicherweise nicht erkannt werden. Durch die Nachbehandlung mit cortisonhaltigen Augentropfen kann es zu einer vorübergehenden Erhöhung des Augeninnendrucks kommen. Eine Dezentrierung der Behandlungszone ist durch die Entwicklung neuer Laser sehr selten geworden. Auch Schnittfehler sind mit den automatisierten Messern sehr selten geworden, machen aber unter Umständen eine Verschiebung der Operation erforderlich.
Zusammenfassung
Die LASIK wird zur Behandlung von Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien, von Astigmatismus bis 3 Dioptrien und von Weitsichtigkeit bis +5 Dioptrien eingesetzt. Weltweit haben sich inzwischen ca. 2 - 3 Millionen Menschen einer LASIK unterzogen, in den allermeisten Fällen mit sehr gutem Erfolg. Dennoch ist zu bedenken, dass diese Operation an einem eigentlich gesunden Organ durchgeführt wird. Wir Augenärzte vom ABW legen allergrößten Wert auf die Tatsache, dass kein noch so umfangreicher Prospekt ein persönliches intensives Aufklärungsgespräch mit dem Augenarzt ersetzen kann. Nur so können alle Aspekte und individuellen Bedürfnisse des Patienten abgeklärt werden. Es hat sich gezeigt, dass die zufriedensten Patienten die sind, die durch eine gute Aufklärung realistische Erwartungen und Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen dieser neuen operativen Verfahren entwickelt haben.
Sollten Sie also weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Augenarzt. Er wird sich die Zeit nehmen, Sie zu beraten und zu informieren!
Weitere seltenere Optionen:
- Laserthermokeratoplastik (LTK): Mit der LTK kann eine geringe Hyperopie bis 2 Dioptrien behandelt werden. Es werden mit einem Holmium- oder Dioden-Laser in der Peripherie der Hornhaut 8 - 32 ringförmig angeordnete Hitzeherde gesetzt. Im Bereich dieser Herde zieht sich die Hornhaut zusammen und ändert damit ihre Form und Brechkraft.
- Astigmatische Keratotomie (AK): Bei der AK werden in der Hornhautperipherie mit einem Diamantmesser, bzw. heute meist mit dem Femto-Laser zwei gegenüberliegende Schnitte in exakt definierter Position, Länge und Tiefe durchgeführt. Dadurch kommt es zu einer Verminderung des Astigmatismus. Die AK ist v.a. geeignet zur Reduzierung von höheren Astigmatismen nach vorausgegangenen Augenoperationen wie z.B. einer Hornhautübertragung.
Zu den Linsenverfahren:
- Intracornealer Ring bzw Ringsegmente (Intacts ICR): Zur Behebung einer geringen Kurzsichtigkeit bis zu etwa -3 Doptrien werden in die äußere Hornhaut schmale, halbkreisförmige Tunnel geschnitten. In diese werden halbkreisförmige Ringspangen aus Kunststoff eingeschoben. Wegen häufig auftretender Ablagerungen müssen diese Implantate oft wieder entfernt werden, so dass sich dieses Verfahren nicht durchsetzen konnte.
- Implantation von Kunststofflinsen zusätzlich zur natürlichen Linse (PIOL): Sogenannte Phake Intraokularlinsen werden verwendet zur Korrektur von hohen Fehlsichtigkeiten, bei denen andere Verfahren nicht mehr angebracht sind. Bei der PIOL wird eine – entsprechend in ihrer Stärke berechnete – Kunststofflinse in das Auge zusätzlich zur natürlichen Linse implantiert. Der Vorteil dieser Methode ist, dass bei einer – selten vorkommenden – Linsenfehlberechnung ein Linsentausch möglich ist. Der Nachteil dieser Methode ist, dass es sich um einen Eingriff im Augeninneren handelt, mit dem möglichen – ernsten – Risiko einer Infektion. Auch ein Grauer Star oder ein Glaukom kann möglicherweise entstehen.
- Austausch der natürlichen klaren Linse gegen eine Kunstlinse (ClearLensExchange CLE): Ebenfalls bei höheren Fehlsichtigkeiten kann die natürliche – eigentlich noch klare – Linse wie bei einer Grauen-Star-Operation aus dem Auge entfernt und an deren Stelle eine Kunststofflinse implantiert werden. Die Stärke dieser Linse wird entsprechend der bestehenden Fehlsichtigkeit berechnet. Auch bei dieser Methode kann eine fehlberechnete Linse nochmals ausgetauscht werden. Der Eingriff geht aber immer mit einem Verlust der Akkomodationsfähigkeit einher, das Auge kann sich also nicht mehr auf die Nähe einstellen. Es besteht ein geringes Risiko einer Infektion im Augeninneren. Auch Netzhautablösungen oder Netzhautblutungen oder ein Glaukom können in seltenen Fällen auftreten.
Alternative Heilverfahren
Naturheilmethoden
Naturheilverfahren sind medizinische Heilmethoden, die selbstregulierende Kräfte des Organismus ansprechen. Die meisten Menschen verbinden mit den Naturheilverfahren eine sanfte Medizin ohne „Chemie“. Aber so schwammig diese Begriffserklärung der Naturheilverfahren ist, so ausufernd sind die auftauchenden diagnostischen und therapeutischen Ansätze. Diese reichen von erstaunlichen Heilungserfolgen bis hin zu Behandlungen die nur dem Geldbeutel des Anbieters nutzen. Dabei werden sogar Verfahren durchgeführt, die erhebliche Nebenwirkungen oder Schädigungen hervorrufen können.
Weil die Naturheilverfahren eben nicht von vornherein eine sanfte nebenwirkungsarme Heilmethode darstellen (man denke nur an die Wirkstoffe des Fingerhuts oder des Fliegenpilz) sind sie seit 1993 Prüfungsfach in den medizinischen Hochschulen.
Das Augenärztenetz Baden-Württemberg empfiehlt die Beratung eines Arztes in Anspruch zu nehmen, um mögliche schädliche Nebenwirkungen oder unnötige finanzielle Ausgaben zu vermeiden. Gerne werden wir sie auch an einen Kollegen überweisen der Spezialist für Naturheilverfahren ist.
Magnetfeldtherapie
Nach F.A. Popp sind die Steuerungsmechanismen biologischer Systeme nicht nur zellulärer-biochemischer , sondern elektro- magnetischer Natur. Ladungsunterschiede zwischen den Zellen und den umgebenden Gewebe sind entscheidend für Nähr- stoffaustausch und fehlerfreies Funktionieren.
Das nutzt die Magnetfeldtherapie, indem sie Magnetfolien, magnetische Gegenstände (z. B. Ketten) oder Magnetspulen und Magnetfeldgeräte zur Anwendung bringt. Obwohl die Magnetfeldtherapie als nebenwirkungsarme Behandlung bekannt ist, gehören Magnetspulen und Magnetfeldgeräte, die starke und teils wechselnde Magnetfelder erzeugen, in die Hand erfahrener Therapeuten.
Erfolgreich eingesetzt wird die Magnetfeld- therapie bei Durchblutungsstörungen, Schmerzzuständen und Wundheilungs- störungen. Inwieweit bestimmte Erkrankungen der Augen im konkreten Fall sinnvoll behandelt werden können, ist nur nach Absprache mit Ihrem Augenarzt zu ermitteln. Evtl. lassen sich so unnötige Kosten für den Betroffenen vermeiden. Gegebenenfalls kann dieser Sie auch zu einem erfahrenen Therapeuten überweisen.
Fragen Sie Ihren Augenarzt nach Magnetfeldtherapie: Hier finden Sie Ihren Augenarzt.
Akupunktur in der Augenheilkunde
Wie in vielen anderen Fachbereichen hält die Akupunktur auch in der Augenheilkunde Einzug. Die Akupunktur basiert auf der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), deren Grundgedanke das energetische Gleichgewicht im Menschen ist. Ihr Ziel ist nicht nur die Behandlung bei bestehenden Erkrankungen, sondern auch die Vorbeugung.
Vor jeder Behandlung steht eine umfassende augenfachärztliche Untersuchung und Befragung, bei Bedarf auch Zungen- und Pulsdiagnose. Zusätzlich zur eventuell erforderlichen schulmedizinischen Therapie oder aber auch vorbeugend kann die Behandlung mit Akupunktur erfolgen. Dabei werden sehr feine, sterile Nadeln an genau definierten Punkten in die Haut gestochen, um Energieblockaden und Disharmonien in den Meridianen (den Energieleitbahnen des Körpers) zu beheben. Diese befinden sich nicht in den Augen. In der Augenheilkunde wird vornehmlich die Ohrakupunktur eingesetzt. Aber auch andere Mikroakupunktursysteme sowie Körperakupunktur und Ernährungsberatung finden Anwendung.
Bei den meisten Augenerkrankungen ist der Einsatz der schulmedizinischen Methoden unverzichtbar um schwere irreparable Schäden zu vermeiden. In manchen Situtionen kann die Akupunktur ergänzend hilfreich sein. Mögliche Indikationen zur begleitenden Akupunktur sind sowohl die trockene als auch die feuchte Maculadegeneration, Allergien und akute Entzündungen, Grüner und Grauer Star, trockenes Auge, angeborenes Schielen oder Lähmungsschielen, Sehnervenschäden und Sehschwäche. Voraussetzung ist immer eine augenfachärztliche Diagnosestellung nach schulmedizinischen Methoden.
Homöopathie
Die Homöopathie hat eine über 200 Jahre alte Tradition, die zurück geht auf Samuel Hahnemann und dieser hat, wie viele Ärzte, die das „Buch der Natur“ aufgeschlagen haben, Theophrastus Paracelsus studiert, so dass eine ganze Reihe von Anregungen zur Homöopathie bereits fast 500 Jahre alt sind. Die in der Schulmedizin üblichen Modeströmungen sind spurlos an der Homöopathie vorübergegangen. Andererseits hat auch die Homöopathie ihre eigene Entwicklung und gerade im letzten Jahrhundert sind besonders viele Mittel entdeckt und entwickelt worden, die bei Augenerkrankungen hilfreich sind.
Innerhalb der homöopathischen Behandlung wird immer eine Gesamtschau vom ganzen Menschen angestrebt und die Behandlung mit homöopathischen Mitteln hat immer eine ganzheitliche und eine individuelle, das heißt also eine allein dem Patienten zugeordnete Funktion. Es ist daher ein wissenschaftlicher Funktionsnachweis – im Sinne der schulmedizinischen Forderung von sogenannten Doppelblindstudien – nicht möglich und auch gar nicht angestrebt.
Die Therapie erfolgt entweder „klassisch-homöopathisch“, also mit einem oder ganz wenigen Mitteln in Folge, oder „komplexhomöopathisch“ mit mehreren oder sogar vielen Mitteln im Hinblick auf einzelne Symptomenkomplexe. Zum Beispiel geht es bei der Behandlung des Grauen Star nicht primär um die Rückbildung von Trübungen der Augenlinse. sondern um die Behandlung von konstitutionellen Schwächen des Starpatienten, nämlich die Schwächen im Calcium-Magnesium- bzw. im Erdalkali-Mineral-Elektrolythaushalt, die, wenn sie behandelt werden, sekundär zum Stopp des weiteren Fortschreitens oder sogar zur Wiederaufhellung der Linse führen können.
Wenn von schulmedizinischer Seite eine problematische, mit vielen Nebenwirkungen versehene, Therapie vorgeschlagen wird, sollte man aus der gleichen Verlegenheit den Mut haben, eine Therapie zur Mitbehandlung oder als Alternative heranzuziehen, die auf Grund ihrer weitgehenden Nebenwirkungsfreiheit nur zusätzliche Vorteile schaffen kann. Selbstverständlich ist die homöopathische Therapie im allgemeinen im Bereich der Augenheilkunde nur eine Zusatzherapie. Sie kann die Augenchirurgie und viele andere schulmedizinische Mittel nicht ersetzen.
Wo das Sehvermögen auf dem Spiel steht kann nicht experimentiert werden! Dennoch kann zusammenfassend festgestellt werden, dass die Homöopathie auf dem Gebiet der Ophthalmologie wesentliche Beiträge leisten kann. Das gilt sowohl für akute wie für chronische Augenerkrankungen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die meisten äußeren Augenentzündungen, besonders bei Kindern. Auch ist im Hinblick auf die Therapie der altersabhänigen Makuladegeneration hervorzuheben, dass hier eine Kombination der schulmedizinischen Möglichkeiten über die Laserverfahren mit der Homöopathie, der Naturheilkunde (Ginkgo, Difrarel etc.) und der orthomolekularen Therapie (Antioxidantien, Lutein,Vitamine und Mineralstoffe etc.) die besten Ergebnisse bringt.
Es ist selbstverständlich, dass dabei immer auch die eigenen, der Methode immanenten Grenzen, beachtet werden müssen und stets, sollte eine homöopathische Alternative in der Therapie nur nach genauer Kenntnis und Beachtung der schulmedizinischen Therapie eingesetzt werden. Um so mehr, da es im Augenfach ja überwiegend um lokale Läsionen geht und die homöopathische Therapie ihrem Wesen nach eher eine konstitutionsbezogene Therapie und erst in zweiter Linie eine symptombezogene Therapie ist. Deshalb ist gerade der Miteinsatz der Homöopathie bei Augenerkrankungen, die primär Systemerkrankungen sind, wie Diabetes mellitus, Rheuma, Immunitätsstörungen etc., wo also der Gesamtzusammenhang beachtet werden muss, besonders sinnvoll und vielversprechend.
Sauerstofftherapie in der Augenheilkunde
Altersbedingte Durchblutungsstörungen sind oft heimtückisch: Erste Anzeichen einer Minderversorgung des Gehirns und der Sinnesorgane, wie Augen, Ohren und Gleichgewichtsorgane treten als kurzfristige Sehstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Verdunkelungsattacken, Hörstürze und Sprachstörungen auf, die in der Fachsprache auch als „TiA“ (transtorische ischämische Attacken) bezeichnet werden.
Bei solchen Beschwerden ist umgehend der Hausarzt oder gegebenenfalls ein Facharzt aufzusuchen. Dort müssen Herz- und Kreislauferkrankungen oder neurologische Erkrankungen ausgeschlossen und gegebenenfalls behandelt werden. Erst dann kann bei fortbestehenden Beschwerden die Sauer- stofftherapie angewandt werden.
Der geistige Vater der Therapie war Prof. Ardenne, der in jahrelangen und präzisen Versuchsreihen feststellte: Der Sauerstoffpartialdruck in den Körpergeweben sinkt im Laufe des Lebens von 95% auf 80% im 50-sten Lebensjahr und auf 70% im 75-sten Lebensjahr ab. Wird jedoch unter einem bestimmten Modus Sauerstoff inhaliert, so ändert sich für 6 – 12 Monate die Sauerstoffspannung in den Geweben. Der Gasaustausch in Lungen und Geweben wird wieder effektiver. Die Fließeigenschaften des Blutes bessern sich. „Hochschalteffekt der Mikrozirkulation“ nannte dies Prof. Ardenne. Besonders bei degenerativen Erkrankungen der Augen und der Sehbahn, für die keine operativen oder medikamentösen Therapien vorhanden sind, kann ein Behandlungsversuch sinnvoll sein.
Vor Selbstkauf von Sauerstoffgeräten und Selbsttherapie muss gewarnt werden: Nur unter ärztlicher Kontrolle wird der erforderliche „Hochschalteffekt der Mikrozirkulation“ erreicht. Überdosierungen und Unterbehandlungen müssen vermieden werden. Ausschlusskriterien sind zu berücksichtigen. Zusätzliche Verbesserungen mit Verkürzung der Inhalationszeiten wurden durch die Ionisation des Sauerstoffs erreicht.
Orthomolekulare Therapie in der Augenheilkunde
„Lass Nahrung deine Arznei sein und Arznei deine Nahrung“ postulierte Hippokrates.
Zunehmend wird erforscht, inwiefern unsere tägliche Nahrung die „größte, reichhaltigste Apotheke“ ist, die uns mit Schutzstoffen gegen Krankheiten ausstattet. Die Orthomolekulare Medizin befasst sich nach Linus Pauling 1968 mit den Konzentrationen von Substanzen, die zur Wiedergewinnung und Erhaltung der Gesundheit erforderlich sind.
Nur 4 Beispiele solcher Substanzen seien genannt:
- Fluor gegen Kariesbefall der Zähne
- Vitamin C (Ascorbinsäure) gegen Skorbut, an der in früheren Jahren tausende Seeleute erkrankten
- Vitamin A gegen Xerophthalmie (Austrocknung der Augenoberfläche), an der noch jährlich 1 Million Menschen, überwiegend Kinder, erkranken
- Ballaststoffe, wie die Kleie in der unlöslichen Außenschicht des Weizenkornes schützen gegen Dickdarmtumoren
Mikronährstoffe oder Vitalstoffe sind Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe sowie Hormone und Enzyme. Sie haben im Gegensatz zu Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen keine kalorischen Werte, werden in nur geringen Mengen benötigt und haben überwiegend regulatorische Aufgaben.In zunehmendem Maße beschäftigen sich Augenärzte mit der Rolle der Vitalstoffe beim Sehvorgang.Die wichtigste Stelle für das scharfe und farbige Sehen – und für das Lesen – ist eine nur wenige Quadratmillimeter große Stelle im Zentrum der Netzhaut, die Makula. Hier kommt es zum direkten Kontakt des gebündelten Lichts mit den Sehsinneszellen den Photorezeptoren.
Diese spezialisierten Nervenzellen schützen sich durch komplexe Mechanismen gegen Lichtschäden:
- Filterung des energiereichen blauen und ultravioletten Lichtes durch Hornhaut und Linse, sowie Einlagerung von Schutzstoffen, wie Lutein und Zeaxanthin
- Ständiger Abbau der verbrauchten Photorezeptorenlamellen: Die Sinneszellen regenerieren sich ständig durch die Pigmentzellen, die einen hohen Zinkstoffwechsel haben.
- Erhaltung der Temperaturkonstanz durch ständige Wärmeableitung über die Aderhaut.
„Mangel im Überfluss“: Eine „schleichende“ Unterversorgung kann auftreten durch „Vitalstoffräuber“ wie
- Nikotin
- Alkohol
- Schadstoffaufnahme
und/oder
- Lebensphasen
- Schwangerschaft
- Alterschronische Erkrankungen
Ihr Augenarzt wird Sie kompetent beraten, wenn es um Fragen der Ergänzungsnotwendigkeit, d.h. der „Supplementierung“ mit Vitalstoffen geht.
Die alternativen Heilverfahren sind eine Selbstzahlerleistung.
















































