Amslergittertest

Der Test mit dem Amslernetz dient der Selbstkontrolle des zentralen Gesichtsfeldes. Vor allem Maculaerkrankungen können damit oft erkannt und in ihrem Verlauf kontrolliert werden. Das Amslergitter hat eine Seitenlänge von 10 x10 cm. Aus 30-35 cm Abstand betrachtet entspricht jedes Quadrat einem Sehwinkel von 1°.
Führen Sie den Test folgendermaßen durch:
- Halten Sie einen Abstand zum Monitor oder dem ausgedruckten Amslernetz von etwa 30-35 cm ein.
- Tragen Sie Ihre Lesebrille und decken Sie ein Auge ab.
- Fixieren Sie mit dem offenen Auge den schwarzen Punkt im Zentrum der Gitterstruktur.
- Wiederholen Sie den Test mit dem anderen Auge.
Bei einem normalen Befund sind die im Zentrum nahe beim schwarzen Punkt liegenden Quadrate scharf, geradlinig und tiefschwarz. Zum Rand hin werden die Linien unschärfer. Verbiegungen oder Verzerrungen der Linien, das Fehlen von Quadraten oder ganzer Bereiche der Gitterstruktur deuten auf krankhafte Veränderungen am Augenhintergrund. Dann sollten Sie sich unbedingt baldmöglichst durch Ihren Augenarzt untersuchen lassen.
Augendruckmessung

Applanationstonometrie
Die Bestimmung des Augeninnendruckes gibt häufig erste Hinweise auf einen Grünen Star. Dabei wird die Hornhautoberfläche des Auges durch Tropfen betäubt. Mit einem kleinen Messkörperchen aus Plexiglas wird dann schmerzfrei ein leichter Druck auf die Hornhautmitte des Auges ausgeübt, so dass ein bestimmtes Hornhautareal abgeplattet wird. Der Augenarzt liest auf einer Skala am Messgerät den Wert des Augeninnendruckes direkt ab. Je nach Tageszeit kann der Augeninnendruck stark schwanken. In Einzelfällen ist es daher sinnvoll, den Druck mehrmals am Tag zu kontrollieren. Messwerte bis 21 mmHg gelten als normal. Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei festgestelltem Glaukom Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Dynamische Konturtonometrie (Pascal-Tonometrie)
Dieses Verfahren ermöglicht eine Messung des Augeninnendrucks unabhängig von der Hornhautdicke und liefert zusätzliche Informationen für die Glaukomdiagnostik. Darüber hinaus sind die Messergebnisse deutlich besser reproduzierbar. Die Messung ist weitestgehend unabhängig von der Hornhautdicke. Zusätzlich wird die Schwankungsbreite des Augeninnendruckes während der Blutdruckamplitude gemessen. Neben dem Augeninnendruck liefert auch dieser Wert zusätzliche Hinweise auf das Vorliegen eines Glaukoms oder auf eine verbesserungsbedürftige therapeutische Einstellung. Dieses moderne Verfahren geht über den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus. Eine gesetzliche Krankenkasse darf deshalb die Kosten für diese Untersuchung nicht übernehmen (Selbstzahlerleistung).
Non-Contact-Tonometrie (NCT)
Sie ist eine berührungsfreie Methode der Augeninnendruckmessung (Tonometrie). Bei der Non-Contact-Tonometrie wird die Kornea (Hornhaut) kontaktfrei mit Hilfe eines Luftstoßes, der den Tonometerkopf ersetzt, applaniert. Der 3-ms-Luftstoß führt zu einer kurzzeitigen Hornhautdeformation, aus welcher der Augeninnendruck berechnet werden kann. Diese Methode wird meist für Screeningzwecke benutzt. Vorteile der NCT sind:
- schmerzfrei, keine Lokalanästhesie der Kornea notwendig
- schnelle Durchführbarkeit
- keine Infektionsgefahr, da kein direkter Kontakt zur Kornea
- Nachteil der NCT: geringere Messgenauigkeit im Vergleich zu anderen Tonometrieverfahren
Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei festgestelltem Glaukom Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Impressionstonometrie (nach Schiötz)
Bei der Schiötz-Tonometrie wird am liegenden Patienten ein Gerät mit einem Messstift auf das Auge aufgesetzt. Der Stift drückt die Hornhaut leicht ein, wobei die Tiefe hauptsächlich vom Augeninnendruck abhängt. Der Druckwert wird auf einer Skala abgelesen. Dieses Messverfahren wird heute praktisch kaum noch und nur in Ausnahmefällen angewandt, z.B. wenn am Krankenbett kein sog. Handapplanationstonometer zur Verfügung steht. Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei festgestelltem Glaukom Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Augenspiegelung (Ophthalmoskopie)


Die wichtigste Untersuchung zum Ausschluss eines Glaukoms ist die Beurteilung des Sehnervs durch eine Spiegelung des Augenhintergrundes. An der Austrittsstelle des Sehnervs zum Gehirn können charakteristische Glaukomveränderungen schon früh festgestellt werden.
Die Spiegelung des Augenhintergrundes wird vom Augenarzt vorgenommen. Sie dient der Erkennung von Veränderungen im Inneren des Auges, insbesondere von Veränderungen an Glaskörper, Sehnerv und Netzhaut. Das Auge wird mit einer hellen Lichtquelle ausgeleuchtet und das Augeninnere über Lupensysteme mit unterschiedlicher Vergrößerung untersucht. Die Untersuchung wird heute meist als indirekte Spiegelung mit einem Binokularophthalmoskop durchgeführt, ist schmerzfrei und dauert wenige Minuten. Je nach Fragestellung kann es erforderlich sein, die Pupillen mit Augentropfen vorübergehend zu erweitern. Sollte eine Kontaktglasuntersuchung erforderlich sein, wird die Augenoberfläche kurzzeitig mit Augentropfen betäubt. Nach einer Pupillenerweiterung ist das Sehvermögen vorübergehend herabgesetzt. In dieser Zeit darf kein Fahrzeug gelenkt werden.
Der Sehnervenbefund sollte heute durch eine Bildgebung dokumentiert werden.
Die Augenspiegelung mit Kamera oder als Video-Ophthalmoskopie ist eine Selbstzahlerleistung.
Bildgebung des Augenhintergrundes
Die Fotografie des Augenhintergrunds hat besonders zu Dokumentationszwecken große Bedeutung erlangt. Früher mussten Befunde des Augenhintergrunds zeichnerisch festgehalten werden, was mühsam und nicht sehr genau war. Bei der Fundusfotografie wird mit einer eigens dafür entwickelten Funduskamera ein Bild des Augenhintergrunds in einen Fotoapparat projiziert. Diese Aufnahmen geben ein sehr gutes Bild des gesamten zentralen Augenhintergrunds. Aufnahmen sind in verschiedenen Vergrößerungen möglich. So sind Ausschnitte des Augenhintergrunds in 50°, 30° oder 20° erhältlich. Aufnahmen können in Farbe, Schwarzweiß und mit zusätzlichen Spezialfiltern gemacht werden. Die Fotografie des Augenhintergrunds ist eine Selbstzahlerleistung.
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| ![]() | Farbfoto des rechten Auges (Normalbefund) Das Bild zeigt den zentralen Augenhintergrund mit der etwas dunkler pigmentierten Netzhautmitte (Macula) – hier in der Mitte des Bildes gelegen – und dem Sehnervenkopf (Papille) mit den dort austretenden Netzhautgefäßen. |
Farbsinntests
Farbsinnstörungen können angeboren sein oder bei Erkrankungen von Netzhaut oder Sehbahn auftreten. 8 – 10% der männlichen Bevölkerung, aber nur 0,4% der weiblichen sind betroffen. Die Erkennung und Bewertung angeborener Störungen ist wichtig für bestimmte Tätigkeiten (Maler, Taxi-, Bus-, LKW-Fahrer, Piloten, Elektriker usw.). Die erworbenen Farbsinnstörungen treten oft schon am Beginn einer Erkrankung auf und sind daher ein empfindliches Frühzeichen für eine Schädigung. Farbsinntests mit Farbtafeln oder an Farbmischgeräten (Anomaloskop) sind daher wichtige augenärztliche Untersuchungen bei der Erkennung von Erkrankungen. Bei Gutachten durch Patient oder anfordernden Kostenträger Selbstzahlerleistung, bei erworbenen Farbsinnstörungen im Rahmen von Erkrankungen/Therapien eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Fluoreszenzangiografie
Die Fluoreszenzangiografie erlaubt eine sehr viel genauere Untersuchung des Gefäßsystems des Augenhintergrunds als die normale Fundusfotografie. Der Patient erhält eine Injektion mit 10 ml 10%-igem Fluoreszeinnatrium in eine Vene. Mit der Funduskamera werden dann im Sekundentakt Bilder des Augenhintergrunds in Schwarzweißtechnik gemacht.
Durch eine Kombination verschiedener Filter ist es möglich die farbstoffgefüllten Gefäße des Augenhintergrunds in verschiedenen Füllungsstadien darzustellen. 8 bis 20 Sekunden nach der Injektion strömt der Farbstoff in die Aderhaut ein. Ca. 2 Sekunden später stellen sich die Arterien dar (arterielle Phase) daran schließt sich die arteriovenöse Phase an und schließlich die venöse Phase.
Mit der Fluoreszenzangiografie lassen sich Veränderungen der Durchblutung und des Gefäßsystems am Augenhintergrund hervorragend erkennen, wie sie nach Gefäßverschlüssen der Netzhaut und bei der Zuckerkrankheit vorkommen. Auch Gefäßanomalien und Gefäßneubildungen lassen sich wesentlich sicherer erkennen. Damit ist die Entscheidung für eine eventuell erforderliche Laserbehandlung der Netzhaut sicherer zu treffen.
Undichte Stellen der Netzhautgefäße mit der umgebenden Schwellung der Netzhaut stellen sich sehr gut dar. Auch in der Erkennung von Gefäßneubildungen der Aderhaut im Rahmen der altersabhängigen Maculadegeneration ist die Fluoreszenzangiografie erforderlich. Nur mit dieser Technik kann über eine eventuell mögliche spezielle Lasertherapie oder medikamentöse Behandlung entschieden werden.



Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
Das Gesichtsfeld ist der gesamte Raum, den ein ruhig stehendes Auge wahrnehmen kann. Das periphere Gesichtsfeld ist für die Orientierung im Raum von großer Bedeutung. Die Sehschärfe und das Farbunterscheidungsvermögen sind dagegen auf den zentralen Bereich beschränkt. Das tückische z.B. beim Grünen Star ist, dass gerade dort, wo man hinschaut, die Sehschärfe noch erhalten ist und man den Schaden so nicht bemerkt. Die Ausfälle sind meist neben dem Zentrum und können nur durch eine Geräteuntersuchung festgestellt werden.
Bei der Gesichtsfelduntersuchung wird geprüft, an welcher Stelle im Raum einer Halbkugel Lichtreize einer bestimmten Größe und Intensität wahrgenommen werden. Sobald die untersuchte Person den Lichtreiz wahrnimmt, gibt sie durch Drücken einer Taste ein Signal. Eine Gesichtsfelduntersuchung macht Ausfälle sichtbar, auch wenn der Erkrankte noch nichts davon bemerkt. Gesichtsfeldschäden sind erst dann messbar, wenn bereits zwei Drittel der Nervenfasern geschädigt sind.
- Automatische statische Perimetrie: Sie wird am häufigsten durchgeführt. Der Patient gibt dabei über einen Knopf jedesmal ein Signal, sobald er am Rand seines Gesichtsfelds einen aufleuchtenden Lichtpunkt wahrnimmt. Neben dem Ort wird vom Computer auch die Stärke des Reizes, also die Helligkeit, protokolliert.
- Kinetische Perimetrie (manuell oder automatisch): Hier wandern die Lichtpunkte von außen zum zentralen Sehfeld hin. Der Patient meldet, sobald er den Lichtpunkt in sein Gesichtsfeld hereinwandern sieht. Kann mit manuellen Perimetern untersucht werden, jedoch verfügen optional auch Computerperimeter über Module zur kinetischen Perimetrie.
- Fingerperimetrie: Das ist die einfachste Methode, sie erlaubt aber nur eine grobe Abschätzung des Gesichtsfelds. Während der Patient mit den Augen einen Punkt fixiert, bewegt er Arzt von außen (auch innen, oben und unten) einen Finger in das Gesichtsfeld. Der Patient meldet, sobald er diesen wahrnimmt.
Bei Gutachten durch Patient oder anfordernden Kostenträger Selbstzahlerleistung, im Rahmen von Erkrankungen eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
(letzte Aktualisierung 08-05-2026)
Gonioskopie
Erkennung und Unterscheidung der verschiedenen Glaukomformen erfolgt durch die Gonioskopie. Nach oberflächlicher Betäubung des Auges mit Augentropfen wird ein Kontaktglas auf die Augenoberfläche aufgesetzt. Durch ein Spiegelsystem können die sonst nicht sichtbaren Abflussstrukturen für die innere Augenflüssigkeit (Kammerwasser) sichtbar gemacht werden.
Gutachten – das begründete Urteil eines Sachverständigen
Zur Ausübung vieler Berufe oder Tätigkeiten muss das hierfür ausreichende Sehvermögen beurteilt werden. Im Sozialrecht müssen Sehminderungen begutachtet wreden. Der anerkannte Experte der dieser Verantwortung gerecht wird, ist Ihr Augenarzt. Er begutachtet neutral und sachgerecht in Fragen:
- Arbeitsmedizin
- Bildschirmarbeitsplatz
- Führerscheine
- Flugscheine
- Bootsführerscheine
- Gutachten für Renten, Schwerbehinderung, Blindengeld
- Versicherungsgutachten
Hornhauttopografie (Keratometrie)

Der Keratograph ist ein computerunterstütztes Messsystem für die exakte Vermessung der Hornhautoberfläche. Dabei wird die Krümmung der Hornhaut, also der Augenvorderfläche, großflächig erfasst, was etwa einer Zahl von ca. 22.000 Messpunkten entspricht. Diese Technik ist von großem Nutzen z.B. bei der Kontaktlinsenanpassung, besonders in schwierigen Fällen. An Hand der Messwerte kann eine Kontaktlinsenform vorgeschlagen und ihr Sitzverhalten am Auge simulieren werden.
Dabei wird anstelle der bisher üblichen 6 Messpunkte pro Auge die Krümmung der Hornhaut, also der Augenvorderfläche, großflächig erfasst, was etwa einer Zahl von ca. 22.000 Messpunkten entspricht. Auf dieser Grundlage besteht die Möglichkeit, schon im Computer verschiedene Kontaktlinsen auszuprobieren und zu optimieren. Außerdem sind Langzeitvergleiche möglich, da die Differenzen zwischen den im Rahmen der Verträglichkeitstests gemachten Aufnahmen detailliert berechnet werden können.
Die Hornhauttopografie ist eine Selbstzahlerleistung.
Laserscanning-Ophthalmoskopie (LSO)
Ein diagnostisches bildgebendes Verfahren zur Untersuchung des Augenhintergrundes. Diese Methode ermöglicht eine hochauflösende ultrastrukturelle Bildgebung der Netzhaut, ohne dass eine medikamentöse Pupillenerweiterung erforderlich ist. Wichtige Anbieter von LSO (mit Weitwinkel- bzw. Ultraweitwinkelbildgebung) sind z.B: Eidon, Zeiss-meditec (Clarus) und Optos. Hier sind einige wichtige Punkte zur Laserscanning-Netzhautuntersuchung am Beispiel des Optomap-Gerätes, die Geräte anderer Hersteller bieten ähnliche Leistungen:
Vorteile:
- Keine Pupillenerweiterung: Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden erfordert die SLO keine Pupillenerweiterung.
- Fahrtauglichkeit bleibt erhalten: Die Untersuchung beeinträchtigt nicht die Fahrtüchtigkeit.
- Kurze Untersuchungsdauer: Die Aufnahme dauert nur wenige Sekunden.
- Geringste Fehlerquote: Optomap hat die geringste Fehlerquote bei der Erkennung von Netzhautveränderungen im Vergleich zu anderen Methoden.
- Ultra-Weitwinkel: Bis zu 200 Grad des Augenhintergrundes können in einer einzigen Aufnahme betrachtet werden.
- Klinisch validiert: In über 1000 klinischen Studien wurde die Wirksamkeit des Optomap-Geräts bestätigt.
- Früherkennung: ermöglicht die Früherkennung von Krankheiten oder Anomalien im hinteren Augenabschnitt.
Anwendungsgebiete:
- Diabetes mellitus: Erkennung von Netzhautveränderungen im Zusammenhang mit Diabetes.
- Arterieller Bluthochdruck: Auch Bluthochdruck kann am Auge sichtbar werden
- Kurzsichtigkeit (Myopie): nützlich für Myopie-Patienten.
- Medikamentöse Therapie: Bei Brustkrebs (Tamoxifen, Letrozol) oder rheumatoider Arthritis (Chloroquin).
- Kontrolle nach Netzhaut-Operationen oder Laserbehandlungen.
Die Laser-Scanning-Ophthalmoskopie spielt eine herausragende Rolle als diagnostisches Verfahren, zur Verlaufskontrolle und zur Therapieplanung. Bei Vorsorgeuntersuchungen kann frühzeitig festgestellt werden, ob Sie an einer Erkrankung der Netzhaut leiden, um rechtzeitig Maßnahmen zur Erhaltung Ihrer Sehkraft zu ergreifen. Die Laser-Scanning-Ophthalmoskopie ist eine Selbstzahlerleistung.
(letzte Aktualisierung 08-05-2026)



Nervenfaserschicht-Untersuchung (Laserscanning-Polarimeter GDx)


Die Nervenfasern im Bereich des Sehnervenkopfes (Papille) bilden die Struktur, die sich beim Glaukom am frühesten verändert. Mit Hilfe eines polarisierten Laserstrahls in hoher Auflösung wird die Schichtdicke der Nervenfasern ermittelt und mit Daten aus einer umfangreichen Datenbank und Daten aus vorherigen Untersuchungen verglichen. Durch diese Untersuchung können insbesondere bei Glaukomverdacht feine Veränderungen der Nervenfaserschicht im Zeitverlauf auch über Jahre hinaus gut erfasst werden. Durch Vergleich der Messdaten entlang eines Kreises um den Sehnervenkopf (in der Abbildung grün) mit altersbezogenen Normalwerten kann zudem die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Glaukoms berechnet werden. Die Kosten für diese Leistung werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen. Die Laserscanning-Polarimetrie ist eine Selbstzahlerleistung.
Papillen-Fotografie (Heidelberg Retina Tomograph HRT)

Diese Untersuchung ist besonders sinnvoll bei Patienten mit:
- Glaukom (Grüner Star)
- nahe verwandten Angehörigen mit Glaukom-Erkrankung
- auffälliger Exkavation (Aushöhlung) des Sehnervenkopfes
- Veränderungen der Form des Sehnervenkopfes
- Glaukomverdacht
Der Heidelberg Retina Tomograph (HRT) basiert auf dem Prinzip der so genannten konfokalen Laser-Scanning-Tomographie, die mit Hilfe eines ungefährlichen Diagnoselasers Millionen von Datenpunkten erfasst und eine dreidimensionale Darstellung und Analyse der Kontur des Sehnervenkopfes (Papille) erlaubt. Die Daten werden gespeichert und sowohl mit Daten von Normalpersonen als auch mit den Daten von regelmäßigen Verlaufskontrollen verglichen. Im Verlauf werden damit selbst kleinste Veränderungen sichtbar.
Die Aufnahmen werden schmerzlos mit ungefährlichen Laserstrahlen durchgeführt, eine Beeinträchtigung des Sehens findet nicht statt. Die vom Computer berechneten Ergebnisse werden dann beurteilt und ausgewertet. Die Ergebnisse werden gespeichert, damit bei künftigen Untersuchungen der Verlauf genau beurteilt werden kann. Mit der Papillentomographie kann man Veränderungen des Sehnerven nicht nur sehen – wie bei der augenärztlichen Untersuchung mit dem Mikroskop – sondern sehr exakt ausmessen und mit den Vorbefunden vergleichen. Damit ist man den bleibenden Funktionsausfällen einen großen Schritt voraus.
Durch die Untersuchung erhält man Informationen, ob der Sehnervenkopf momentan noch normal oder krankhaft verändert ist. Wenn nicht der Verdacht einer schnellen Verschlechterung besteht, reicht meist eine Kontrolle nach ca. einem Jahr aus, um zu beurteilen, ob eine Therapie nötig ist oder eine bestehende Therapie umgestellt werden muss.
Bei der Gesichtsfelduntersuchung wird die Funktion des Sehnerven überprüft. Bei der Papillentomographie wird eine genaue Aufnahme der Beschaffenheit des Sehnervenkopfes gemacht. Bei der Papillen-Fotografie werden also zusätzliche Informationen gewonnen, es ist kein Ersatz für die Gesichtsfelduntersuchung.
Da es sich um eine neue Methode handelt, gehört diese Untersuchung nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und muss daher selbst bezahlt werden. Von den privaten Krankenversicherungen werden die Kosten jedoch meist übernommen (außer von der KVB).
Papillen-Tomographie (Optische Kohärenz-Tomographie OCT) für Sehnerven
Bei dieser Untersuchung kann die Fläche des Sehnervenkopfes (Papille), die evtl. Aushöhlung (Excavation), die Nervenfaserschichtdicke um die Papille herum sowie die Stärke des um die Sehgrube (Macula) liegenden Ganglienzellkomplexes bestimmt werden. Die Kosten für diese Leistung werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen (Selbstzahlerleistung).
Die farbliche Darstellung zeigt die unterschiedliche Dicke der Netzhautschichten im Bereich des Sehnervenkopfes als Hinweise auf ein Fortschreiten eines Glaukomschadens an:
(letzte Aktualisierung: 08-05-2026)
Macula-Schichtaufnahme (Optische Kohärenz-Tomographie OCT der Macula), Sehgrube/Stelle des schärfsten Sehens
Bei dieser Untersuchung kann die Stärke des um die Sehgrube (Macula) liegenden Ganglienzellkomplexes bestimmt werden. Im Rahmen einer Früherkennung/Vorsorge Selbstzahlerleistung, bei Verlaufskontrollen unter Therapie bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD), diabetischem Macula-Ödem (DMÖ) oder Gefäßverschluss Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Refraktionsbestimmung
Bedeutung der Sehschärfenbestimmung
Die Ermittlung der Korrektionsgläser zum Erzielen der bestmöglichen Sehschärfe ist außerordentlich wichtig nicht nur zur Brillenglasbestimmung sonder auch zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit des Auges und in gutachterlicher Hinsicht. Säuglinge und Kleinkinder können bei einem Brechkraftfehler (Refraktionsanomalie) erst mit einer passenden Brillenkorrektur ihre beste Sehfähigkeit entwickeln. Wird die rechtzeitige Korrektur versäumt, bleibt eine nicht beeinflussbare Sehschwäche lebenslang bestehen. Wird keine optimale Sehschärfe erreicht, muss zur Diagnose einer möglichen Krankheit nach der Ursache geforscht werden.
Bestimmung der erforderlichen Korrektur
Der Patient sitzt in einer vorgeschriebenen Entfernung vor einer Sehprobentafel. Entweder sind die Sehzeichen aufgedruckt oder werden mit einem Projektor auf dieser Tafel dargestellt: Zahlen, Kinderbilder, E-Haken, Landoltringe. Für gutachterliche Untersuchungen ist der Untersuchungsplatz nach DIN-58220 eingerichtet, um unter gleichen Bedingungen Sehschärfenergebnisse miteinander vergleichen zu können.
Zunächst prüft man die Sehschärfe ohne Prüfgläser. Dann schaut der Prüfling durch eine Messbrille oder einen Apparat, der die verschiedenen Gläser vor das zu untersuchende Auge schiebt (Phoropter). Durch Hinzufügen und Wiederentfernen von Messgläsern (Minus- oder Pluslinsen) wird die optimale Sehschärfe ermittelt. Das Abfragen des Seheindruckes während einer Sehschärfenprüfung ist nicht immer einfach und verlangt von beiden – vom „Prüfer“ und „Prüfling“ – eine hohe Konzentration. Schließlich soll an Hand der ermittelten Refraktionswerte eine Brille angefertigt werden, die „passen“ muss.
Bestimmung der Fehlsichtigkeit bei Kindern
Bei Kindern und nicht kommunikationsfähigen Menschen kann eine Sehschärfenbestimmung nicht im Wechselgespräch erfolgen. In diesen Fällen können nur apparativ ermittelte Werte verwendet werden.
Definition der Glasstärke
Die Wirkung eines Glases ist durch seine Brennweite bestimmt. Der Kehrwert der Brennweite – in Meter gemessenen – ist die Dioptrienzahl (= Stärke des Glases), z.B. die Brennweite einer Sammellinse beträgt ¼ m, d.h. der Kehrwert von ¼ ist 4. Die Linse hat also eine Brechkraft von 4 Dioptrien
Brennweite der Linse: 25 cm
Entspricht: ¼ m
Kehrwert: 4
Also Brechkraft: 4 Dioptrien
Objektive Refraktion
Bezeichnet die (objektive ohne Angaben des Probanden) Messung des Brechungszustandes des Auges, dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
- Manuelle Refraktometer, z.B. von den Herstellern Rodenstock oder Zeiss („Zeiss-Bombe“), die heute kaum noch in Gebrauch sind, weil sie von den Auto-Refraktometern verschiedenster Hersteller verdrängt wurden.
- Automatische Refraktometer/Keratorefraktometer. Beispiele:
Automatisches Kerato-Refrakto-Tonometer TRK-3 OMNIA, Quelle: Topcon Healthcare | ![]() Auto Ref/Keratometer, Quelle: NIDEK | ![]() Handheld Ref/Keratometer, Quelle: NIDEK |
Subjektive Refraktion
Bestimmung der bestkorrigierten Sehschärfe durch Mitwirkung und Angaben des Patienten auf Grundlage des zuvor die objektive Refraktion gemessenen Brechungszustandes des Auges.
Schielwinkelbestimmung


Welche Untersuchungen bei einem Schielenden in Frage kommen, richtet sich danach, wie gut der Patient bzw. das Kind bei den Untersuchungen mitarbeiten kann. Die wesentlichen Untersuchungen werden kurz beschrieben. Jeder Augenarzt wird von Fall zu Fall die sinnvollsten Methoden suchen.
Sehschärfenbestimmung
Da schielende Augen oft schlecht sehen, ist die Bestimmung der Sehschärfe besonders wichtig. Angaben hierzu können Kinder allerdings meist erst im 3. Lebensjahr machen. Untersucht werden kann je nach Alter mit dem Lea-Test, mit Kinderbildern, E-Haken, Zahlen, Buchstaben oder Landoltringen.
Untersuchung des Auges (brechende Medien und Augenhintergrund)
Untersucht werden die Lider, die Bindehaut und Hornhaut, die Augenlinse, die Netzhaut und der Sehnerv auf krankhafte Veränderungen, besonders auf Trübungen durch Narben, einen grauen Star, Tumoren oder Fehlbildungen der Netzhaut oder des Sehnerven. Besonders bei Kindern, aber auch beim Erwachsenen, ist diese Untersuchung am besten bei durch Tropfen erweiterter Pupille möglich.
Bestimmung der Fehlsichtigkeit
Aus zwei Gründen ist die Bestimmung der Fehlsichtigkeit besonders wichtig:
1) Viele Schieler sind fehlsichtig (meist weitsichtig oder/und stabsichtig). Da der Schielwinkel in seiner Größe entscheidend von der richtigen Korrektur der Fehlsichtigkeit abhängt, ist deren korrekte Bestimmung ganz besonders wichtig. Gerade bei Kindern, aber auch beim Erwachsenen, sollte die Fehlsichtigkeit nur bei einer durch Tropfen erweiterten Pupille bestimmt werden. Nur durch die medikamentöse Ruhigstellung der inneren Augenmuskulatur kann die Fehlsichtigkeit objektiv bestimmt werden.
2) Da schielende Augen oft eine schlechte Sehschärfe haben, muss der Augenarzt diese zu bessern versuchen. Ob die Verordnung einer Brille ausreicht oder ob weitere Maßnahmen zusätzlich erforderlich sind, kann erst bei genauer Kenntnis der Fehlsichtigkeit und der erzielbaren Sehschärfe beurteilt werden.
Bestimmung der Fixation
Das menschliche Auge sieht nur mit der Netzhautmitte gut. Wenn wir einen Gegenstand ansehen (fixieren) so tun wir dies normalerweise mit unserer Netzhautmitte, der Macula. Das Auge fixiert einen Gegenstand normalerweise ruhig, das heißt ohne sichtbare Bewegung. Schwachsichtige Augen, wie sie bei Schielenden oft vorkommen, fixieren nicht immer mit der Netzhautmitte und auch nicht immer ruhig. Um über die Behandlung einer Schwachsichtigkeit entscheiden zu können ist die Kenntnis der Fixation besonders wichtig. Der Augenarzt prüft die Fixation bei erweiterter Pupille mit dem Augenspiegel.
Überprüfung der Beweglichkeit der Augen
Zum Ausschluss eines Lähmungsschielens und zur Unterscheidung seltener besonderer Schielformen ist die Prüfung der Beweglichkeit wichtig. Es wird geprüft ob der Patient einem Licht durch freie Bewegung seiner Augen nachblicken kann. In besonderen Fällen können auch besondere Untersuchungen an der Harmswand, an der Hessgardine oder am Synoptophor erforderlich werden.
Bestimmung des Schielauges
Der Augenarzt untersucht welches Auge schielt, ob immer das gleiche oder ob beide Augen schielen, ob das Auge ständig schielt oder nur gelegentlich, in welche Richtung es schielt und ob der Schielwinkel schwankt. Bei dieser Untersuchung soll der Patient konzentriert das Licht der Untersuchungslampe fixieren während der Augenarzt die Augen zeitweilig zudeckt.
Objektive Schielwinkelbestimmung
Die Untersuchung erfolgt ohne dass der Patient Angaben zu dem macht, was er während der Untersuchung sieht. Diese Untersuchung kann deshalb auch bei kleineren Kindern meist recht gut durchgeführt werden. Untersucht wird mit den verschiedenen Methoden des Zudeckens der Augen. Die Größe des Schielwinkels kann dabei nach den Bewegungsauslenkungen der Augen geschätzt oder durch Vorhalten von Prismen genauer bestimmt werden.
Subjektive Schielwinkelbestimmung
Hierfür gibt es eine Vielzahl von Methoden. Allen gemeinsam ist, dass der Untersucher sich nach den Seheindrücken des Patienten richtet. Diese Methoden setzen deshalb eine zuverlässige Mitarbeit des Patienten voraus, die oft erst im 6. bis 8. Lebensjahr vorliegt. Anwendbar sind diese Methoden nur, wenn ein beidäugiges Sehen vorliegt. Allen Methoden ist gemeinsam, dass durch den Messvorgang der natürliche Sehvorgang mehr oder weniger gestört wird.
Prüfung auf räumliches Sehen
Diese Sehprüfung erfolgt meist durch Ansehen spezieller Testbilder. Beiden Augen werden zwei weitgehend identische Bilder angeboten, die sich jedoch in einigen Objekten durch eine seitliche Versetzung unterscheiden. Durch diese Verschiebung der Bildinhalte entsteht für unser Gehirn ein räumlicher Seheindruck. Die Bildtrennung für beide Augen kann durch Polarisation, Rot-Grün-Trennung oder das Zylinderrasterverfahren bewirkt werden. Stereoteste sind in der Ferne oder meist in der Nähe durchführbar.
Skiaskopie
Die Skiaskopie (Schattenprobe) wird vor allem bei Kindern zur Ermittlung der Gesamtbrechkraft des Auges zur Ermittlung von Sehfehlern durchgeführt. Über den lichtdurchlässigen Spiegel des Skiaskops wird die Pupille des Auges beleuchtet und durch Bewegen des Lichtstriches die Schattenwanderung in der Pupille beobachtet und durch Vorhalten von Skiaskopierleisten, die Linsen unterschiedlicher Brechkraft enthalten, die Brechkraft gemessen, indem man den sog. Flackerpunkt/Umschlagpunkt ermittelt. Auf diese Weise können sowohl Weitsichtig-, Kurzsichtigkeit als auch Astigmatismen gemessen werden. Die Skiaskopie kann sowohl als orientierende Messung bei reagierender Pupille als auch zur präzisen Messung unter Zykloplegie (passagerer medikamentöser Lähmung des Ringmuskels) erfolgen.
Beispiel für (Strich-)Skiaskopie:



Sonografie
In der Natur gelingt es der Fledermaus, durch Aussendung und Empfang von Ultraschallwellen auch in Dunkelheit, sich genau zu orientieren, Entfernungen zu messen und Beutetiere zu orten. Bei der Ultraschalluntersuchung des Auges findet prinzipiell dieselbe Technik Anwendung. Ultraschallwellen geringer Energie werden in das Augeninnere abgegeben und von dort reflektiert. Die Untersuchung ist durch einfache Tropfbetäubung schmerzlos, nicht belastend und für das Auge ungefährlich.
Die Länge des Auges und die Entfernung seiner inneren Strukturen zueinander können exakt ausgemessen werden,, man spricht hier von Biometrie. Wichtig ist dieses Verfahren bei der Brechkraftberechnung von Kunststofflinsen, die bei der Grauen Star Operation in das Auge implantiert werden.
In bestimmten Situationen ist es dem Augenarzt nicht möglich, in das Auge hineinzusehen, z. B. bei völlig eingetrübter Linse oder einer dichten Blutung, hier gelingt es mit Ultraschall, das Augeninnere zu untersuchen und darzustellen. Damit können eventuell in das Auge eingedrungene Fremdkörper geortet werden oder auch eine Netzhautablösung diagnostiziert werden. Selbst Teile der Augenhöhle lassen sich mit Ultraschall bildlich darstellen und untersuchen. Dies kann bei verschiedenen Fragestellungen von Bedeutung sein, wie z. B. bei Schilddrüsenerkrankungen
Spaltlampenuntersuchung


Das Spaltlampenmikroskop ist das wichtigste Untersuchungsgerät des Augenarztes. Mit ihm ist es möglich das Auge in hoher Vergrößerung stereoskopisch zu untersuchen. Der Patient legt dazu seinen Kopf auf die Kopfstütze vor der Spaltlampe, um störende Kopfbewegungen des Patienten zu vermeiden. Der Augenarzt kann über Schiebe- und Drehmechanismen das Spaltlampenmikroskop so vor den Augen seines Patienten positionieren, dass er ein scharfes Bild erhält. Mit niedrigen Vergrößerungsstufen (ca. 6-fach) werden die Lider und äußeren Augenabschnitte beobachtet. Zur Untersuchung der Bindehaut, der Hornhaut, des Tränenfilms, der Augenlinse, der vorderen Augenkammer und des Glaskörpers werden höhere Vergrößerungen benutzt (16 – 40-fach). So variabel die Vergrößerung ist, so variabel ist auch die Beleuchtung. In der Regel wird mit weißem Licht untersucht. Für spezielle Untersuchungen können Filter in den Strahlengang geschwenkt werden, so dass mit grünem und blauem Licht untersucht werden kann.
Die Form und der Durchmesser des beleuchteten Lichtstrahls kann verändert werden. Am häufigsten wird ein spaltförmiger Lichtstrahl verwendet (daher auch der Name Spaltlampe). Die Richtung des Beleuchtungsstrahls kann durch Schwenken der Lampe in allen Richtungen verändert werden. Durch Verwendung dieses spaltförmigen Strahlengangs können die transparenten optischen Medien sehr gut untersucht werden, also z. B. die Augenlinse, die Hornhaut usw..
Unter Zuhilfenahme von speziellen Lupen oder Kontaktgläsern lässt sich mit der Spaltlampe auch der Augenhintergrund stereoskopisch sehr genau untersuchen. Durch Einschwenken eines Augentonometers (Druckmessgerät) wird an der Spaltlampe der Augendruck schmerzfrei gemessen. Der Sitz und die Beweglichkeit von Kontaktlinsen wird ebenfalls an der Spaltlampe überprüft. Die meisten augenärztlichen Laser kommen mit der Spaltlampe zum Einsatz. Durch besondere Laseradapter wird das betreffende Laserlicht in den Lichtstrahlengang des Spaltlampenmikroskops eingeblendet und kann so unter exakter optischer Kontrolle angewandt werden.
Spaltlampenfotografie
Was der untersuchende Augenarzt mit seiner Spaltlampe sieht, kann auch fotografisch dokumentiert werden. Dazu muss über einen Strahlenteiler ein Fotoapparat angekoppelt werden. Heute werden oft Videokameras statt der herkömmlichen Fotoapparate verwendet. Die Spaltlampenfotografie ist eine individuelle Gesundheitsleistung, die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen (Selbstzahlerleistung).
Untersuchungen zur IOL-Kunstlinse
Zur Berechnung der erforderlichen zu implantierenden IOL (Kunstlinse) im Rahmen einer Operation des Grauen Stars werden verschiedene Verfahren herangezogen:
- IOL-Master: Die Untersuchung durch dieses hochpräzise Diagnosegerät wird routinemäßig empfohlen vor der Operation des Grauen Stars und Implantation einer Kunstlinse. (Selbstzahlerleistung) gemessen werden ohne Augenberührung Achslängen, Hornhautradien, Hornhautdurchmesser, Vorderkammertiefe sowie Linsendicke des Auges. Die Messergebnisse fließen in verschiedene Berechnungsformeln ein und sind Voraussetzung für die exakte Berechnung einer künstlichen Linse. Die optische Laserbiometrie mit dem IOL-Master ermöglicht aufgrund der genaueren Messungen eine präzisere Bestimmung der erforderlichen Kunstlinse – die weiterhin zur Verfügung stehende klassische Ultraschallbiometrie findet in wenigen Fällen Anwendung, wenn aufgrund zu dichter optischer Medien die optische Laserbiometrie keine verwertbaren Ergebnisse liefert.
- Hornhaut-Topographie: Die moderne Topographie der Hornhaut neben anderen diagnostischen Fragestellungen vor einer Operation des Grauen Stars mit Implantation einer Kunstlinse angewandt (Selbstzahlerleistung). Es handelt sich um eine computerunterstützte Oberflächenaufnahme der Hornhaut, mit der eine detailgetreue, dreidimensionale Darstellung der Hornhautform und der Hornhautdicke (Pachymetrie) erstellt wird.
- Hornhaut-Endothelzell-Messung: Sie findet u.a. Anwendung vor einer Operation des Grauen Stars mit der heute üblichen Implantation einer Kunstlinse (Selbstzahlerleistung) zum Ausschluss einer (diskreten) Hornhautschädigung, welche Einfluss auf das zu empfehlende/wählende Operationsverfahren und die postoperative Prognose hätte. Die Endothelmikroskopie stellt durch eine Spezialkamera die EndothelzelIen stark vergrößert dar und dokumentiert den aktuellen Zustand und die Endothelzelldichte.
Visuell evozierte Potentiale (VEP)

Die Netzhaut und das Gehirn sind komplizierte Netzwerke hochspezialisierter Zellen, deren Zusammenwirken für die verschiedenen Funktionen des Sehens von Bedeutung sind. Störungen des Sehens können daher durch Ursachen im Auge, in der Sehbahn oder dem Gehirn bedingt sein. Elektrophysiologische Untersuchungen messen die beim Sehvorgang in der Netzhaut und im Gehirn entstehenden Spannungsänderungen. Um zu sicheren Aussagen zu kommen, werden dazu die Augen durch definierte Lichtsignale gereizt und die entstehenden Spannungsänderungen mit standardisierten Techniken abgeleitet.
Zur adäquaten Beurteilung der Ergebnisse elektrophysiologischer Untersuchungen ist stets ein Gespräch über die Vorgeschichte und die Symptome, eine Prüfung der Sehschärfe, eine Untersuchung der Augen an der Spaltlampe sowie eine Untersuchung des Augenhintergrundes mit Weitstellung der Pupille notwendig.
Das auf die Netzhaut fallende Licht wird in einen Nervenimpuls umgewandelt, der an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet wird. Mit dem VEP wird die Zeit gemessen, die vom Auftreffen des Lichtes auf die Netzhaut bis zum Eintreffen des Signals im Sehzentrum des Gehirns vergeht (normal ungefähr 100 ms). Man verwendet ein wechselndes Schachbrett-Muster als Lichtreiz. Bei schlechtem Sehvermögen wird mit Lichtblitzen untersucht; dafür wird die Pupille weitgestellt. Für die Ableitung werden Elektroden an Stirn und Hinterkopf angeklebt. Ein VEP dauert mit Vorbereitung ca. 20 Minuten.
Verschiedene Krankheiten des Sehnerven können daran erkannt werden, daß die Latenzzeit verlängert ist. Veränderungen finden sich v.a. bei Entzündungen (bei Multipler Sklerose), Durchblutungsstörungen und mechanischen Schädigungen des Sehnerven. Ein VEP kann eine Sehstörung aufdecken, die bei einer Augenspiegelung nicht entdeckt werden kann.





















